Die besten Platten 2018: Die Top 5 von Jonas

2018 neigt sich dem Ende zu und die Redaktion blickt noch einmal auf ihre Lieblingsplatten des Jahres zurück. Heute stellt euch Jonas seine Schätze vor.
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Jahres-Top-5 sind für mich immer ein Krampf. Ich muss mich auf ein Jahr beschränken, voll ätzend! 2018 war nichtsdestotrotz ein sehr schönes Musikjahr für mich. Tatsächlich, keine laute schnelle Gitarrenmusik, dafür elektronisches und Darkwave.

Platz 5: Esben And The Witch – „Nowhere“

Ein wunderschöner Post-Rock-Doom-Mischling, der mich emotional voll abgeholt hat. Dramatisch, tragisch, tröstend und schön. Das Ganze ist sehr langsam und minimalistisch gehalten, ohne Schnickschnack, dafür mit Stil und Ästhetik. Jeder Track hat eine einzigartige Dramaturgie und entfaltet dadurch eine kathartische Wirkung, die für die Klasse dieses Albums spricht.

Platz 4: Spiders – „Killer Machine“

Bei manchen Alben möchte man einfach eine Lederjacke mit einem Judas Priest-Shirt drunter anziehen, hautenge Jeans tragen und in den nächsten Laden rennen, wo Gitarrenmusik gespielt und Bier serviert wird. Geht natürlich auch mit den Veteranen von früher, frisches Blut ist aber bekanntlich leckerer. Cool, ehrlich und strotzend vor Power machen die Schweden hier einfach alles richtig.

Platz 3: Carpenter Brut – „Leather Teeth“

Allein der Opener “Leather Teeth” rasiert einfach alles. Diese Soundmischung aus fast schon gitarrenartigen Synthesizern, die harten Beats, die halligen Toms und das großartige Songwriting machen die neue Scheibe von Carpenter Brut besonders. Dann kommt auf einmal ein Song, der klingt wie Depeche Mode und dann noch einer zu dem ich am liebsten (hätte ich ein Cabrio) mit Pilotenbrille und wallender Mähne am Strand entlang cruisen möchte und dann fühlt man sich beim Hören wie in einer Trainings-Montage und dann…und dann…und dann...

Platz 2: Fotocrime – „Principle of Pain“

Ja, Fotocrime klingen wie Sisters of Mercy. Aber starke Songs sind starke Songs. Der Kontrast zwischen den programmierten, kalten Drums, den sehr warmen melodiösen Gitarren und der tiefen Stimme von Sänger R. Pattern greifen perfekt ineinander. Mit Pattern konnte ich nach einem phänomenal guten Konzert auch noch kurz quatschen, Prädikat: sehr dufter Typ. Zitat: “This Song is about my Cat. It is called: Infinite Hunger for Love”.

Platz 1: Lucifer – „Lucifer II“

Mit Neuzugang und Überbrain Nicke Andersson an Bord konnte bei der Platte eigentlich nichts schiefgehen und, Spoiler, es ist auch nichts schiefgegangen. “Lucifer II” ist was okkulten Classic-Rock angeht dieses Jahr unerreicht. Allein der Song “Phoenix”, ist so ergreifend schön dramatisch, da sollte jedem The Devils Blood Fan eigentlich das Herz aufgehen.