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Tequila And The Sunrise Gang läuten mit „Of Pals And Hearts“ den Sommer ein

Do, 19.04.2018 - 12:02
Mit ihrem fünften Studioalbum stellen Tequila And The Sunrise Gang erneut ihr facettenreiches Können unter Beweis und vereinen Reggae, Ska und Rock im multiinstrumentalen Klanggewand.

Auch nach 16 Jahren Bandgeschichte geht Tequila And The Sunrise Gang nicht die Puste aus. Gewohnt tanz- und wandelbar beschallen sie ihre Hörerschaft mit Gitarren, Drums, Bass, Posaunen, Saxophon, Trompeten und Orgel! Der kreative Input von sage und schreibe acht Musikern ist dem fünften Studioalbum anzuhören und sorgt für eine abwechslungsreiche Bandbreite an Sounds verschiedener Genres. Im Fokus bleiben Reggae, Rock und Ska, deren Synergie wirklich jeden Tanzverweigerer aus der Reserve lockt.

Das Besondere an der Vielfalt von Tequila And The Sunrise Gang ist ihr gezielter Umgang mit den verschiedenen Genres. Anstatt den wahnwitzigen Versuch zu unternehmen, all die Komponenten in einen ungeheuer großen Topf zu werfen und einen neuen Soundmix zu kreieren, grenzen sie diese voneinander ab. Die Vorzüge jedes Genres können sich so wunderbar ergänzen, ohne im Soundwirrwarr zu enden. „Light it Up“ bietet beispielsweise übertrieben coolen, smoothen Reggae, der gezielt von Rockwänden durchbrochen wird und zum kraftvollen Gesamtpaket wird, das zuletzt im Ska-Feuerwerk endet. Konsequenten Reggae ohne Ablenkung hält „Beautiful Day“ mit dröhnenden Bässen und Groove-Garantie bereit. Im Kontrast hierzu stehen die Ska-Nummern „All On You“ und „Last For Now“. Die bereits vorab veröffentlichte Single „Keep Me Arrested“ hat echtes Ohrwurm-Potential und lädt zum Mitsingen, Tanzen und Anstoßen ein, was nicht zuletzt an den mitreißenden Bläsermelodien und dem inbrünstigen Gesang liegt.

Auch inhaltlich besticht „Of Pals And Hearts“ mit einer Vielzahl von Themen. Die Band performt emotionale Love-Songs und euphorische Freundschafts-Hymnen genauso überzeugend wie wütende Gesellschaftskritik. Mit „Replacement“ verurteilen Tequila And The Sunrise Gang unseren ignoranten Umgang mit der Umwelt und schreien sich ihren Frust von der Seele. Die Shouting-Elemente des Refrains treffen auf versöhnliche Reggae-Klänge, die von beschwörendem Flüstern im Zwischenpart ergänzt werden. Die hier entladene Energie geht direkt unter die Haut und macht den Song zu meinem persönlichen Geheimfavoriten der Platte.

Gegen Ende des Albums können Tequila And The Sunrise Gang ihr hohes Niveau allerdings nicht konsequent durchhalten. Die letzten drei Songs wirken, im Vergleich zu der ansonsten wirklich starken Platte, eher schwach. Das Tempo wird deutlich reduziert und der Funke mag nicht mehr so richtig überspringen.