385North und „Cocktail“: Gerührt und geschüttelt bitte.

Konzeptalben sind in der Musik nicht selten. Meist gibt es ein vorherrschendes Thema wie Liebe oder Trauer. Im Vaporwave läuft das ein wenig anders. Da macht man ein Album um einen Musiker herum oder eben über seinen Lieblingsfilm. 385North hat sich den Klassiker „Cocktail“ aus dem Jahr 1988 geschnappt und ein Stück Musik daraus gemacht.

Nachdem 385North schon seine Lieblingsfilme „Beverly Hills Cop I“ und „Beverly Hills Cop II“ in Album-Form veröffentlicht hat, folgt nun das nächste Film-Album.
„Cocktail“, mit Tom Cruise in der Hauptrolle, ist ein typischer 80er-Film.
Ein etwas überladenes, kitschiges Beziehungsdrama mit witzigen Momenten und viel Style.
Genauso, wie sich die Beschreibung des Filmes liest, hört sich das Album an.

„Cocktail“ bietet genau das, was der Name schon verspricht.
Das Album klingt nach Strand, Sonnenuntergängen, schönen Körpern, Liebe und natürlich Cocktails.
Auch wenn es zwischendurch ab und an etwas ernsthaftere Töne gibt, bleibt die Grundstimmung der Musik meist unbeschwert und fröhlich.
Die Songs werden mit Dialogfetzen des Films ausgeschmückt und sorgen so, auch ohne den Film je gesehen zu habe, für die richtige Atmosphäre und ein paar Schmunzler.

385North hat mit „Cocktail“ ein verspätetes Sommeralbum auf den Vaporwave-Markt geworfen. Leichte Töne, die nicht überfordern (was im Vaporwave ja auch gerne mal passiert), und eine angenehme Atmosphäre machen das Album sehr zugänglich. Selbst Menschen, denen Vaporwave bisher nicht zugesagt hat, könnten hier einen Einstieg finden. „Cocktail“ ist Vaporwave im klassischen Stil, mit vielen Loops, Hall, Echo und dem nostalgischen Grundgefühl. 

Fazit

7.1
Wertung

Ich gehöre zu den Menschen, die den Sommer zu warm finden und immer nur meckern. Aber musikalisch steh ich voll drauf. „Cocktail“ liefert sanfte Musik mit schönem Gefühl.

Johannes Kley