Schubladendenker könnten sich an der Genrebezeichnung „Punk“ aufreiben, weshalb klargestellt sei: Die Grundattitüde ist vermutlich der einzige Bestandteil, welcher dieser Einordnung gerecht wird. Monotones Getrommel und abgewrackten Garagensound wird man vergebens suchen. Stattdessen kommen New Deadline der eierlegenden Wollmilchsau des Rock´n´Roll gefährlich nahe.
„You´ve got to run away“ – Mit den ersten Zeilen auf „To Hope“ gibt der finnische Vierer eine unmissverständliche Marschrichtung vor: Flucht nach vorne! Sie soll über rauchgeschwängerten Gesang und hintergründige Chöre ihren direkten Weg in das menschliche Motivationszentrum finden. Dabei schreibt man den Zusammenhalt auf „To Hope“ in Großbuchstaben. „Black Tree“ transportiert eine bedingungslose Verbundenheit, wie es sie in einer schnelllebigen Welt voller (sozialer) Netzwerke wohl nur noch selten gibt. Mit „Gothenburg“ stellen New Deadline unmissverständlich klar, dass Balladen, die gänzlich auf das Schlagzeug verzichten, nicht zwangsläufig vor gekünstelter Harmonie triefen müssen. Eine tiefgreifende Nummer, die neue Facetten der Band zutage bringt. Bezüglich neuer Facetten setzt auch „Evelyn“ Maßstäbe. Eingängigkeit und der satte Rocksound zugleich bilden das Grundgerüst für einen Aufruf des Durchhaltens in schweren Lebenslagen.