KMFDM lernen auch auf "Hell Yeah" nicht

Nach einer grässlichen EP zerstören KMDFM mit „Hell Yeah“ nun auch das letzte Argument, dass jene vor einer Vollkatastrophe bewahrt hatte: die kurze Spielzeit.
KMFDM Hell Yeah Cover

Im Prinzip klingen KFMDM wie The Prodigy auf ihrer aktuellen Platte „The Day Is My Enemy“ – nur dass diese mehr als nur den immer gleichen Rhythmus und die gefühlten drei Melodietöne beherrschen. Und nachdem bereits die EP „Yeah!“ diese Tatsache mehr als deutlich herausstellte, ist die unerträgliche Einfallslosigkeit auf dem daraus resultierenden Langspieler „Hell Yeah“ die denkbare Konsequenz. Der grundlegende Sound zwischen flackerndem Industrial mit 80er-Anleihen und verzerrten Heavy-Metal-Gitarren ist dabei eigentlich eine sehr coole Sound-Idee. Sie bleibt nur leider die einzige.

So bleibt „Hell Yeah“ der vergebliche Versuch, den eigenen Sound nicht nur zu etablieren, sondern auch damit zu arbeiten. Die seltenen melodischen Ausbrüche aus dem immer gleichen monotonen Klang-Gewaber beschränken sich meist auf Synthie-Disco-Geballer auf Scooter-Niveau. Dazu schafft es die Band sogar noch, eine derartige Vielzahl an textlichem Schwachsinn in ihre Tracks zu pressen, dass es kaum noch auszuhalten ist. Entweder man ist so witzig-ironisch, dass solche Geschichten als Stilmittel durchgehen, oder man belässt es einfach gleich beim Instrumental. Oder man hört am besten gleich auf, Musik zu machen.

Witzigerweise kriegen KFMDM am Ende kurzzeitig sogar fast die Kurve. „Rx 4 The Damned“ schafft mit seinen hemmungslos ausgeflippten Metal-Vocals endlich wirkliche Energie, „Burning Brain“ hat ein cool schillerndes Electro-Gitarrensolo, und „Only Lovers“ fährt endlich mal ein anderes Tempo als der restliche Einheitsbrei. Das abschließende „Glam Glitz Guts & Gore“ erinnert dann aber doch wieder daran, warum man KMDFM ruhig hassen kann: Wenn man sein Manifest auf nur einen einzigen Sockel setzt, sollte man sich nicht wundern, wenn das Bauwerk schnell kippt.

Fazit

3.4
Wertung

KMFDMs hirnloser Synthie-Gitarren-Albtraum wird auf Albumlänge nur noch unerträglicher. Drei Tracks kurz vor Schluss zeigen, dass die Band vielleicht sogar das Potential hätte, ihren Sound ordentlich zu entwickeln – auf einen erneuten Versuch habe ich aber definitiv trotzdem keine Lust mehr.

Jakob Uhlig
3.5
Wertung

Da gab sich wohl jemand "Keine Mühe Für Die Musik". Außer einem oder zwei Lichtblicken bietet das Album einfallsloses und krudes Gedudel ohne Biss und ohne das, was KMFDM mal war. HELL NO!

Johannes Kley