Asking Alexandria und "Like A House On Fire": Wie viel Pop? Ja.

Asking Alexandria haben bereits mit vergangenen Alben bewiesen, dass sie Metalcore beherrschen und es ihnen ebenso immer wieder gelingt, die Massen mitzureißen, die sich ansonsten eher nicht in dem Genre zu Hause fühlen. Mit „Like A House on Fire“ öffnen sie sich noch ein Stück mehr dem Pop.
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Der Begriff „Massentauglichkeit“ ist der britischen Band mit diesem Album noch ein bisschen vertrauter geworden. Einzelne Songs driften sehr in eine poppig-kitschige Richtung ab. So zum Beispiel „I Don’t Need You“: Der Einsatz von Streichern bestärkt die schnulzige Richtung, die Dannys und Grundys Gesang einschlägt. Der Text geht allerdings bis ins Mark, besonders die Zeile „I don’t need you to tell me who I am or what I’m meant to be“ bleibt im Gedächtnis, da sie die Probleme vieler junger Menschen auf den Punkt trifft und zum Empowerment aufruft.

Die bereits vorab erschienenen Singles sind auch definitiv zu Recht vorab erschienen, um Lust auf das Album zu machen. Gerade „Like A House On Fire“ und „Down To Hell“ legen den Finger in die Wunde und sind musikalisch wirklich stark. Die Ohrwurmgarantie zieht sich auch durch einige weitere Songs der Platte, genau wie die zum Mitwippen gemachten Beats. Geshoutet wird auf dem ganzen Album recht wenig, dafür wurde die Elektronik raufgefahren - ein großer Schwachpunkt des Albums: Einzelne Tracks sind so von elektronischen Sounds und Pop geprägt, dass sie zu einem Einheitsbrei verschwimmen und überhaupt nicht im Gedächtnis bleiben. Was schade ist, da Asking Alexandria mit den Singles gezeigt haben, was sie eigentlich können. Der vorletzte Song „The Violence“ wird, ganz gemäß dem Titel, zumindest im Refrain wieder ein bisschen aggressiver, die Strophen hingegen sind wieder geprägt von elektronischen Sounds.

Das Album endet extrem tiefgründig mit „Lorazepam“, das in die Psyche und Gedankenwelt von an Angststörung und Depression erkrankten Menschen blickt und nach einem bekannten Medikament gegen Krankheiten dieser Richtung benannt ist. Mit Textzeilen wie „I don’t care anymore, I’ve got a sickness in my soul“, „I sometimes fucking hate myself“ oder „Tell me why I feel like shit“ wird wichtige Awareness für psychische (Un-)Gesundheit geschaffen. Der Song und damit das Album endet mit einem gesprochenen, fast gehauchten „I don’t feel bad if I push you away“. Beinah könnte man dies als eine Ansage gegen Kritiker*innen oder Fans interpretieren, denn allen wird die Platte sicherlich nicht zusagen. Der Band scheint es nicht leid zu tun. 

Fazit

6.8
Wertung

Wenn man den Stempel Metalcore mal weglässt - denn mit Metal hat das Album wirklich nur noch wenig zu tun - ist „Like A House On Fire“ in sich stimmig, auch wenn Asking Alexandria sicherlich einige Fans vergrault oder zumindest verschreckt hat. Blendet man die Metalcorevergangenheit der Band aus, ist das Album aber durchaus stark, auch wenn es zwischendurch etwas abflacht. 

Jannika Hoberg
4.5
Wertung

Es ist bezeichnend, wenn nach mehrmaligem intensiven Durchhören nur drei Songs wirklich hängenbleiben, und das auch nicht durchweg positiv. Zumindest zeigt Danny Worsnop, dass er ein Gesangstalent hat. Vielleicht ist er auch einfach in der falschen Band.

Moritz Zelkowicz