1
min read

Mammoth Mammoth machen auf "Mount The Mountain" keine Kompromisse

So, 14.05.2017 - 12:17
In die lange Rocktradition Down Unders haben sich über die Jahre viele Größen eingereiht. Über Rose Tattoo und Midnight Oil bishin zu Wolfmother und natürlich AC/DC. Zu dieser Reihe dürfen sich seit nun einem Jahrzehnt auch Mammoth Mammoth zählen. Und pünktlich zum zehnjährigen Bandjubiläum bringen die vier Australier „Mount The Mountain“ auf den Markt.

Mit dem sechsminütigen Titeltrack könnte ein Hard- beziehungsweise Stoner-Rock-Album gar nicht besser beginnen. Ein simples Riff, das sofort ins Ohr geht, das langsame Einsetzten der Drums. Dann die fast archaischen Vocals von Frontmann Mikey Tucker, der sich irgendwo zwischen Sprechgesang und Wutrede bewegt. Herrliches Geschepper in alter Rock-Tradition. Dabei klingen Mammoth Mammoth wie ein uneheliches Kind von Turbonegro und Wolfmother. Und Motörhead ist der Großvater, bei dem dieser Sprössling aufgewachsen ist. Herrlich Old School. Ein wenig irritiert der Song „Epitome“. Klar, er verliert kein bisschen an Power, allerdings bekommt man das Gefühl, dass Tucker sich tatsächlich um Gesang mit einer richtigen Melodie bemüht.

Ein Problem des Albums ist tatsächlich, dass das Vorangegangen bereits eine ziemlich zureichende stilistische Beschreibung von „Mount The Mountain“ ist. Da hatte ich mir nach dem ersten Reinhören mehr erwartet. Wer nach abwechslungsreichen und innovativen Rockhymnen sucht, der ist hier falsch. Alle, die Hard Rock lieben, werden dieses Album verschlingen, als wäre es nur ein Song. Definitiv nichts zum rauf und runter laufen lassen. Da könnte beim zweiten durch hören Langweile aufkommen.

Aber halt! Ein Song setzt sich definitiv ab. „Hard Way Down“ ist genau das, was der Titel verspricht: ein verdammt harter Weg, härter, als alles was das Album vorher und nachher zu bieten hat. Alles wird aus den Instrumenten rausgeholt, besonders Gitarrist Ben Couzens schmettert ein Solo aufs Parkett, dass einem Hören und Sehen vergehen lässt. Auch Schlagzeuger Frank Trobbiani verausgabt sich komplett.