Idylle

Idylle

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Rezension

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Diese Platte passt auf keine Skala, die ein Mensch erdenken kann. Wie gesagt, Heisskalt setzen neue Maßstäbe. Und damit haben sie erreicht, was sie wollen. Jeden Rahmen sprengen und jeden Preis zurückgeben. Mit 5/7 Idyllen ist das hier kategorielos das Album der Woche. Da wir aber in Punkten bewerten, mag das Urteil anders fallen. Wie passend.

Merten Mederacke

Heisskalt lassen ihre reverb-getränkte Alternative-Avantgarde hinter sich und verstören mit knochentrockenem Post-Punk à la Die Nerven. Statt der destruktiven Aufarbeitung menschlicher Vereinsamung zelebrieren die Stuttgarter zum ersten Mal überhaupt die direkte Anklage spießbürgerlich-konservativen Rückwärtsdenkens und gesellschaftlicher Stagnation - leider etwas zu Kosten der Eigenständigkeit ihres stilprägenden Sounds, dafür mit eingängiger Rohheit. "Idylle" ist das Brett vorm Kopf, rau wie die Realität, das uns die schöne Landschaft der Illusion nicht sehen lässt.

Julius Krämer

Für ihren Mut immer wieder neue Wege zu gehen kann man Heisskalt nur lieben. Der post-punkige Ansatz steht "Idylle" und erzeugt eine Platte, die trotz gelebtem Minimalismus nicht in simple "Mit Liebe gebraut"-Strukturen zurückfällt, sondern im Gegenteil von Mut und Kunst-Affinität zeugt. Die Klasse eines "Vom Wissen und Wollen" kann Heisskalts dritte Platte dennoch nicht erreichen.

Jakob Uhlig