Editorial August 2022: Gute Aussichten

Selten machte das Erstellen eines Redaktionsplans so viel Spaß und gleichzeitig so viele Probleme wie in diesem August - eine wahre Parade an vielversprechenden Platten hält die Musikindustrie da für uns bereit. Und außerdem bahnt sich am Album-der-Woche-Himmel etwas an, über das wir erst ganz bald reden dürfen.
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Liebe Leser:innen,

bei Album der Woche ist es einmal im Monat meine stetige Aufgabe, den Redaktionsmitgliedern Vorschläge für ihre Rezensionen in den kommenden Wochen zuzuschicken. Das ist für mich eine durchaus spannende Angelegenheit, denn so werde ich manchmal auf Platten aufmerksam, die ich noch so gar nicht auf dem Schirm hatte. Manchmal führt das auch dazu, dass man sich fühlt, als habe man die letzte Zeit unter einem Stein gelebt. Das ging mir kürzlich so, als ich die Releases für August 2022 hervorkramte und mir völlig unbegreiflich war, wie ich die geplante Veröffentlichung einer neuen Muse-Platte komplett übersehen konnte - irgendwie war diese Neuigkeit einer von mir eigentlich doch recht geliebten Band völlig an mir vorbeigegangen. Regelmäßig denke ich in solchen Momenten dann darüber nach, was das eigentlich über mich selbst aussagt. Sicherlich ist mir die Aktualität von Musik lange nicht mehr so wichtig wie früher - aber ist es vielleicht auch die Band generell, die mich zunehmend weniger interessiert, seit insbesondere die letzte Platte "Simulation Theory" eher ein Fest des Mittelmaßes war? Irgendwie beeindruckend, wie auch ein Nicht-Wissen so viel über einen aussagen kann.

Bezeichnender für den August ist an dieser Geschichte aber vielleicht vor allem, dass besagte, "Will Of The People" betitelte Platte, es schlussendlich gar nicht in den schlussendlichen Redaktionsplan geschafft hat, obwohl einer Riesenband wie Muse sicherlich nicht nur ich angetan bin. Aber dieser Monat bot gerade in seiner zweiten Hälfte ein derartiges Feuerwerk gegen das diesjährige Sommerloch, über das ich erst kürzlich in einem anderen Editorial sinniert hatte, das zwangsläufig so einiges vom Tisch fallen musste. Da wären für Punkfans zum Beispiel das neue Album von Drei Meter Feldweg, für Crossover- und Core-Fans die neuen Alben von Hollywood Undead und I Prevail, für Post-Rock-Anhänger:innen die neuen Platten von Russian Circles und Long Distance Calling, ja sogar eine neue Platte von Pianos Become The Teeth beglückt uns im August. Ich persönlich freue mich in diesem Monat ganz besonders auf die endlich erscheinende zweite Scheibe von Stella Donnelly, einer australischen Indiekünstlerin, die ich seit einigen Jahren innig verehre und die sich verdammt viel Zeit für ihren Zweitling gelassen hat - hoffentlich ist das ein gutes Zeichen.

Indes sind wir in der Redaktion gerade dabei, etwas ganz Neues zu planen, das es im Zusammenhang mit unserem Magazin noch nie gegeben hat. Wir freuen uns sehr darauf - und können diesen Monat endlich darüber sprechen! Seid also gespannt!

Wir wünschen euch wie immer viel Spaß beim Lesen und einen tollen Monat August!
Jakob für die Redaktion