Monatsvorschau Mai 2019: Frank Carter & The Rattlesnakes, Rammstein, Schandmaul uvm.

Frank Carter - „End Of Suffering“ (VÖ: 03.05.2019)

Der Soundtrack für das schlechte Lebensgefühl. Frank Carter And The Rattlesnakes durchleben auf „End of Suffering“ die gruseligen Untiefen der menschlichen Seele. Der stilistische Gang, weg von der Punk- und Hardcoreschiene, hin zu neuen stilistischen Ufern weiß schon in den Singleauskopplungen vorneweg zu überzeugen. Und auch im textlichen Bereich wissen die Vorabsingles um „Anxiety“ den Zuhörer auf das einzustimmen, was die zwölf Songs auf „End of Suffering“ darstellen: Den grausigen Blick in den Abgrund, der sich in der menschlichen Seele bilden kann.

Primetime Failure - Memory Lane (10.05.2019)

„All Hope Is Gone“. Keine Panik, es geht nicht um Slipknot. Was man unweigerlich mit den Legenden aus den Staaten in Verbindung bringt, ist in diesem Fall der Opener von „Memory Lane“, dem neuen Album von Primetime Failure. Primetime Failure machen Skate-Punk und kommen aus Bielefeld. Die Musik klingt nach Sommer, Sonne, Sonnenschein und Dosenbier. Sie macht Bock darauf, sich sofort aufs Board zu schwingen, sofern man das denn drauf hat. Dazu kommen Zeichentrickcover und markanter Punkrockgesang. Das lässt den Fans der Skate-Punker der Neunziger, wie NOFX oder No Fun At All, das Herz aufgehen. Seit Februar schürt „Memory Lane“ als Titeltrack der Platte im Netz bereits die Vorfreude auf den Mai und den bevorstehenden Sommer, wenn das gleichnamige Album endlich die Gartenpartys des Landes beschallen darf.

Schandmaul - „Artus“ (VÖ: 03.05.2019)

Ein steter, weitestgehend von Erfolg gekrönter Weg gen Genre-Gipfel liegt hinter der quirligen Truppe um Schandmaul. Seit dem Jahr 2002 näherte man sich kontinuierlich der Nummer 1, ohne dabei den kometenhaften Durchbruch verzeichnen zu können. Für jene Kontinuität belohnte sich das Septett letztlich mit der Pole-Position für „Leuchtfeuer“. Die letzten Jahre waren geprägt von Grabenkämpfen der Fanbasis. Wie viel Politik und Gesellschaftskritik verträgt das mittelalterliche Klanggewand? Die vorab veröffentlichten Tracks (siehe „Froschkönig“ und „Die Insel“) versprechen eine tiefe Verbeugung vor den Anfangstagen. Ob hier Platz für die brennenden Themen der Gegenwart bleibt, erfahren wir am 03.05.2019.

Rammstein - Rammstein (17.05.2019)

Die journalistischen Tastaturen glühen, die Social-Media-Kanäle laufen heiß und eine Welle der
Empörung erfasst jeden noch so abgelegenen Winkel des blauen Planeten. Rammstein haben mit
„Deutschland“ Rassismusvorwürfe befeuert, deren Substanzlosigkeit mittlerweile jedem noch so
verbissenen Kritiker bewusst sein sollte. Doch die Provokation funktioniert – noch bevor das
selbstbetitelte Album in Gänze zu hören ist, explodieren die Vorverkaufszahlen des heiß ersehnten
Nachfolgers von „Liebe ist für alle da“. Für die Tournee durch Europas Fußballstadien sind schon
lange keine Tickets mehr verfügbar. Der Rubel rollt bereits, ein überzeugender Longplayer steht noch
aus.

Um ihr neues Album zu perfektionieren, mussten Royal Republic ihre komplette Europa-Tour um über ein halbes Jahr verschieben – entsprechend groß sind die Erwartungen an die vierte Platte der Schweden. Angenehmerweise merkt man „Club Majesty“ an jeder Note an, dass es kein Album von der Stange ist, sondern eine spannende musikalische Vision verfolgt und den vielleicht größten klanglichen Wechsel in der Geschichte des Quartetts darstellt. Einen guten Ausblick gibt die erste Single „Fireman & Dancer“: Royal Republic kokettieren darin ihren wilden Rock’n’Roll mit Elementen aus dem 80er-Pop und verwenden sogar ein Saxofon. Was hinter dieser Neuausrichtung steckt, hatte die Band erst kürzlich im Gespräch mit uns erklärt.

Außerdem: Amon Amarth – Berserker (VÖ: 03.05.2019), Petrol Boys (VÖ: 19.05.2019), Neufundland
Scham (31.05.2019), Mein Lieblingssong „Guilty Pleasures“, Unter dem Radar „Apaath“