Die besten Platten 2018: Die Top 5 von Merten

2018 neigt sich dem Ende zu und die Redaktion blickt noch einmal auf ihre Lieblingsplatten des Jahres zurück. Heute stellt euch Merten seine Schätze vor.
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Sich als Vielhörer auf fünf Alben oder EPs zu reduzieren ist gar nicht so leicht, dachte ich. Tatsächlich war die eigentliche Frage für mich jedoch: Ist „Idylle“ in der Top 5 oder nicht?

Meine persönlichen Favoriten dieses Jahr waren ein paar mehr als fünf. Nach dem Aussortieren blieb ein überraschend heterogener Mix aus EPs und Alben sowie Genres zurück. Und nein, „Idylle“ ist nicht dabei. Das Album hat mich viel beschäftigt, doch letztlich nicht so spürbar begleitet wie andere. Da fehlte vor allem im Vergleich zur starken Konkurrenz die Prägnanz. Die endgültige Liste beinhaltet nur ein Album eines Künstlers, den ich schon vorher intensiv gehört habe. Spannend!

 

1. Architects – "Holy Hell"

Der erste Release in dieser Liste, dabei erschien das Album erst im November dieses Jahres – und holy shit, hab ich mich daran aufgehängt. Die Vinyl dreht Runde um Runde, ich bin vollkommen eingenommen von jedem Element auf dieser Platte. Der enorm emotionale, persönliche Bezug zu der ganzen Geschichte auf und hinter diesem Album ist mehr als nur 'ne Funzel in der Dauerdämmerung zwischen Geburt und Tod.

2. The Pariah – "No Truth"

Platz zwei ergattern sich The Pariah mit empfehlenswertem Melodic Hardcore. „No Truth“ ist ihr Debütalbum und ich liebe es. The Pariah sind eine klitzekleine Band aus dem noch kleineren Bottrop. Trotzdem sind sie schon mit Counterparts aufgelaufen. Und nachdem diese letztes Jahr mit YNYA durchstarteten, ist mein Melodic-Hardcore-Dauerbrenner 2018 „No Truth“. Da legt eine kleine Band ganz groß auf. Chapeau!

3. Blackout Problems – "Kaos"

They came to raise the limit – und sie haben es einfach gemacht. Stand der Vorgänger „Holy“ noch mit beiden Beinen fest im Alternative Punk, gitarrenlastig und jugendlich, kam „Kaos“ viel sensibler, feinkörniger und eleganter geschliffen daher. „Kaos“ und Beartooth waren die Tunes zu meinem Sommersonnenuntergängen 2018 und haben sich damit den Platz 3 hier redlich verdient.

4. The Tidal Sleep – "Be Kind"

The Tidal Sleep habe ich in den frühen Jahren dieser Dekade mal als Vorband von Silverstein erlebt. Das war stark, aber dennoch sind die Jungs komplett aus meinem Kosmos vaporiert. Mit „Be Kind“ haben sie eine umso elegantere Mondlandung hingelegt und mir den ein oder anderen Ohrwurm beschert. Alle Tracks auf dieser EP sind Knüller! Platz da für diese vier!

5. Sullii – "42"

Aus dieser eher rockigen Liste sticht Sullii heraus wie die Gurke im Bananenkorb. Sullii ist vergleichbar mit nothing.nowhere und reitet die amerikanische Emo-Hiphop-Welle nach Deutschland und Europa. Ich kenne den auch nur, weil er mal bei Crooks gesungen hat und die waren sick. Aber diese EP hat sich in meine Hörgewohnheit gefressen, wie Maden in den Speck. I'm in your room when it rains.



Abseits der Top 5 möchte ich sechs wirklich kleine Veröffentlichungen zusätzlich hervorheben, die aber auch sehr, sehr fein sind. Die Split-EP von Heisskalt und Blackout Problems, welche aus zwei ganz famosen Liedern besteht zum ersten. Als zweites die nur digital erschienene Doppel-Single „Sugar / Faith“ von Forkupines. Nummer drei ist „Idylle“ von Heisskalt, wie eingangs bereits angedeutet. Und als viertes soll das Jubiläumsalbum von Touché Amoré „10 Years / 1000 Shows“ genannt sein. Zusätzlich quetscht sich „Tremor“ von Havarii und Naechte noch mit auf diese Liste, einfach da es zwei klasse Bands sind, die hier schwungvoll nach den Sternen greifen. Und zu guter Letzt, einfach weil andere Bands auf Alben miesere Songs präsentieren, als diese Herren auf einer B-Seitenb-P: Counterparts mit „Private Room“. Die scheppert, das hat man so noch nicht gesehen. Irre.
Und was auch wirklich großartig war dieses Jahr: Die Ärzte sind bei Spotify.