ABBA: Thank you for the music?

Schreit eine Band mehr „Siebziger“ als die schwedische Popgruppe ABBA, die ganz nebenbei noch im November ein neues Album veröffentlichen? Wohl kaum. Grund genug, sie im Rahmen unseres 70’s Themenmonat genauer unter die Lupe zu nehmen.
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ABBA, bestehend aus Agnetha Fältskög, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad, formierte sich 1972 in Stockholm und zählt bis heute zu den erfolgreichsten Bands der Geschichte. Begonnen hat eigentlich alles mit ihrem Sieg 1974 beim Eurovision Song Contest, bei dem sie mit „Waterloo“ angetreten waren. Damals sahen ganze 500 Millionen Menschen in 32 Ländern den Auftritt der Popgruppe live im Fernsehen. Und anscheinend ist der Song so im Gedächtnis geblieben, dass er im Rahmen der Festlichkeiten rund um das fünfzigjährige Bestehen des Eurovision Song Contests 2005 zum besten Lied der Show gewählt wurde. Was mit diesem ESC-Auftritt begann, kann fast 50 Jahre später als ziemlich legendär bezeichnet werden. Was ist denn auch eine Party, ohne mindestens einen ABBA-Mitgrölsong? An den Status kommt selbst PUR nicht ran. 

Die Kostüme, die ABBA in ihren, für die Zeit recht aufwändigen, Musikvideos und auf der Bühne trugen, spielen vermutlich ebenso wie die Musik in das nostalgische Bild der Siebziger rein, das sich bis heute hält. Von Schlaghosen bis Schulterpads war da eigentlich alles mal dabei.

Doch bereits 1982 sollte die Bandgeschichte ihr erstes Ende nehmen – aufgrund privater Differenzen zwischen den beiden Paaren, gaben sie ihre vorläufige Auflösung bekannt. Fast 40 Jahre später, 2018, wurde allerdings angekündigt, die (mittlerweile in die Jahre gekommene) Gruppe würde wieder an neuem Material arbeiten, was jetzt, im November 2021, erscheint. In den zehn Jahren Bandbestehen wurden acht Alben veröffentlicht, die ausnahmslos alle einen Titel tragen, der einfach der Name eines auf dem Album vertretenen Songs ist. Zum Glück zeigt sich in der Diskografie sonst mehr Kreativität. Von schmerzvollen Balladen wie „The Winner Takes It All“ bis hin zu Partysongs à la „Gimme! Gimme! Gimme!“, „Mamma Mia“ oder „Dancing Queen“ ist das Repertoire für eine Popband der frühen Stunde schon recht breit.

Besonders faszinierend ist das Musical Mamma Mia, das vor allem durch die Verfilmung von 2008 mit einer Reihe an weltbekannten Schauspielern Bekanntheit und Kultstatus erreichte. Uraufgeführt 1999 in London, zählt das Stück heute zu den erfolgreichsten Musicals weltweit. Es gilt als Jukebox-Musical, also als Musical, das um bestehende Songs herum geschrieben wurde und für das kein Original-Soundtrack geschrieben wurde. Und tatsächlich gab es alle Songs zuerst, umso verwunderlicher, dass sie exakt in die Geschichte zu passen scheinen. ABBA haben ein Gesamtwerk geschaffen, das in die Musikgeschichte eingegangen ist und uns auch 50 Jahre später immer noch – ob in Form von 70’s Partys oder den Mamma-Mia-Filmen – begleitet.