5 Jahre, 50 Platten: Die denkwürdigsten Alben der Woche (Teil 3)

Im dritten Teil unserer großen Alben-Topliste finden wir eines der verstörendsten Alben der letzten Jahre, das auditive Pamphlet einer fiktiven Sekte sowie ein gewagtes Genre-Crossover, das die Welt erschütterte.
  • Radio Havanna - "Utopia"

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    Utopia von Radio Havanna strotzt nur so von Hits und eingängigen Songs, dass die Band dieses Album locker komplett auf Konzerten spielen kann, ohne dass nur kurz Langeweile aufkommt. Das Genre Pop-Punk täuscht hier kurz über die ernsten Themen der Songs hinweg, Unbequem, ehrlich und nicht um den ein oder anderen plumpen Reim verlegen hat die Band ihr bis dato wohl bestes Album veröffentlicht.

    - Lucio Waßill

  • Tiny Moving Parts - "Swell"

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    Tiny Moving Parts haben auf "Swell" ihre Mischung aus Math-Rock und Emocore perfektioniert. Teils fröhlich anmutende Melodien und traurige Lyrics bilden ein komplexes und doch eingängiges Album. Neben emotionalen Texten und einem exzellenten Gitarrenspiel ist es vor allem eines - schmerzhaft ehrlich und unglaublich menschlich. 

    - Johannes Kley

  • Massendefekt - "Pazifik"

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    "Pazifik" fügte sich im Jahr 2018 nahtlos in die Reihe der konstant starken Releases von Massendefekt ein. Durch konsequentes Beibehalten aller (Wieder-)Erkennungsmerkmale der Band und durch das Aufdrehen des Politik-Reglers markiert "Pazifik" einen Höhepunkt im Schaffen der Truppe. Hinzu kommt die ironische Verschaukelung der Indie-Musik in "In/die Hölle", welches vom Aufgeben von eigenen Idealen handelt, als großes Highlight auf dem Album. Was wir mittlerweile wissen: Dieser Höhepunkt aus dem Jahr 2018 wurde auch im Jahr 2020 mit dem Release von "Zurück ins Licht" mindestens eingestellt.

    - Mark Schneider

  • Casey - "Where I Go When I Am Sleeping"

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    Gefühle in Worte zu fassen ist oftmals unmöglich. Und doch ist es Casey gelungen, Verzweiflung und Depression textlich und musikalisch auf "Where I Go When I Am Sleeping" einzufangen. Ein persönliches Album, auf welchem die Band individuelles Leid in unglaublich gefühlvoller Art und Weise vertont und einen Meilenstein des Melodic Hardcore geschaffen hat. 

    - Johannes Kley

  • KMPFSPRT - "Gaijin"

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    KMPFSPRT laufen immer noch ein wenig unter dem Radar, besonders in Anbetracht dieses unglaublichen Albums. Die Schwere der Themen, die Wucht der harten Riffs - sie überschatteten die Frage, die sich so mancher Musikredakteur gestellt hat: Punk oder Post-Hardcore? Das KMPFSPRT einfach beides so herausragend spielen, lässt „Gaijin“ zu einem modernen Klassiker in dieser Szene avancieren. Auch die anschließende Tour in Japan lieferte einigen Gesprächsstoff für uns.

    - Moritz Zelkowicz

  • Die Nerven - "Fake"

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    Die Nerven nehmen die Hörer mit auf eine Reise zwischen Realität und Fiktion und erschaffen einen neuen Sound, in dem einem die Kontrolle komplett aus der Hand gerissen wird. Im Taumel zwischen Wahrheit und Widerspruch beschäftigt sich die Band mit den Problemen der Gesellschaft, aber auch dem eigenen Ich. Musikalisch wurde das großartig umgesetzt und lässt einen nach dem Hören mit einem von Fragen gefüllten Blick zurück.

    - Paula Thode

  • Zeal & Ardor - "Stranger Fruit"

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    Stark, facettenreich, großartig. Der Schweizamerikaner zeigt, dass seine Werke relevant bleiben, sei es für BLM oder andere sozial-politische Themen. Gerne mehr davon!

     

    - Jan-Severin Irsch

  • Adam Angst - "Neintology"

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    Ein (leider immer noch) höchst aktuelles Album, das die Deutschpunkband nach ihrem grandiosen Debut „Adam Angst“ da fabriziert hat. Sie bewegen sich wieder sehr geschickt zwischen den üblichen Punkthemen Nazis boxen, Pop verreißen und Patriotismus. Scharfe, auf den Punkt gebrachte Gesellschaftskritik kombiniert mit durchdachten Punkriffs, so muss ein Punkalbum sein.

    - Jannika Hoberg

  • Architects - "Holy Hell"

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    Dieses Album ist meine Definition von Metalcore. Orchestrale Sounds, aber dennoch fette Gitarrenklänge mit Shouts und melodischeren Parts. Textlich sind Architects ja schon immer eher tiefgründig unterwegs, und das beweisen sie auf diesem Album wieder. Allein schon der titelgebende Track „Holy Hell“ ist ein Must-Listen für alle, die mit Metal anfangen wollen oder einfach nicht genug von Metalcore bekommen können. Und für alle anderen auch.

    - Jannika Hoberg

  • Daughters - "You Won't Get What You Want"

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    „An dieses Album wird man sich noch in Jahren erinnern“ prognostizierte AdW-Chefredakteur Jakob in seiner Rezension zur neuen Daughters-Platte 2018. Er sollte recht behalten. „You Won’t Get What You Want“ ist längst ein moderner Klassiker des Noiserock-Genres, eine erbarmungslos wütende Hydra von einem Album, die immer noch das Fürchten lehrt.

    - Felix ten Thoren