Thrice und “Horizons/ East”: Viel Schönes dabei

Das mittlerweile elfte Studioalbum der US-Amerikaner Thrice kommt, wie es bereits das Cover vermuten lässt, mit einer psychedelisch angehauchten Version des schroffen Sounds der Band daher.
3.jpg

Das Post-Hardcore-Quartett Thrice um Frontmann Dustin Kensrue ist zwar so alt wie der Autor dieses Textes. Doch trotz 23 jähriger Bandgeschichte wirken die Kalifornier auf ihrem neuesten Langspieler weder eingerostet noch festgefahren. Stattdessen überrascht “Horizons/ East” mit geschmackvoll eingestreuten Psychedelic-Einflüssen, die dem sonstigen Sound der Band äußerst gut zu Gesicht stehen.

Neben den eher subtilen stilistischen Neuerungen kann “Horizons/ East” vor allem mit seiner Produktion glänzen. Vom ersten Ton an sind die Instrumentals hervorragend inszeniert und abgemischt. Das kommt vor allem den Drums zugute, die sich bereits im Opener “Color of the Sky” in den Vordergrund spielen. Die geradlinigen Bass- und Gitarrenläufe lassen Trommler Riley Breckenridge genug Freiraum, um in den Fills richtig aufzudrehen. Der Gesang von Dustin Kensrue fügt sich derweil angenehm unaufdringlich in den Mix ein, sodass sich eine stimmige Gesamtkomposition ergibt.

Die abwechslungsreichen Momente wie auf “Color of the Sky” finden auf den insgesamt zehn Tracks allerdings viel zu selten Platz. Immer wieder verrennen sich Thrice in doch wieder altbekannte Muster. Zwar macht das die Songs keineswegs schlecht, allerdings fehlt zu oft noch der kleine, konsequente Schritt in Richtung musikalisches Neuland, um die Platte mehr werden zu lassen als das, was sie ist: Solide Post-Hardcore-Action mit toller Produktion und vielen schönen Ideen.

Fazit

6.9
Wertung

Thrice verpassen denkbar knapp die Chance auf den ganz großen Wurf und liefern so mit “Horizons/ East” “nur” eine gute elfte Platte ab.

Kai Weingärtner
7.9
Wertung

„Die Allgemeinheit Mitteleuropas haben Thrice trotz langjähriger Schaffenszeit noch nicht erreichen können, was in Anbetracht von „Horizons/East“ umso erstaunlicher erscheint. Die Platte bietet Arrangements und Emotionen, die ihresgleichen suchen. Vergleiche zu den Foo Fighters in Bestform sind keineswegs gotteslästerlich.“

Marco Kampe