Primetime Failure liefern mit "Home" knackigen Skatepunk in 15 Minuten ab

Der Skatepunk der '90er Jahre hat einen großen Teil einer ganzen Generation geprägt. Diesen Weg schlagen Primetime Failure mit ihrer Debut-EP „Home“ ebenfalls ein. Dabei schaffen sie es, mit eigenem Sound zu punkten und sich nicht an den Lorbeeren anderer Größen zu bereichern.
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Ohne irgendwelchen Schnickschnack startet die Platte mit dem Titelsong „Home“. Der Gesang scheint anfangs so gar nicht zur Instrumentierung zu passen, sie scheint zu rau und kratzig für den sonst so frischen und spaßigen Sound zu sein. Aber mit dem anhaltenden Tempo muss man sich einfach in die einerseits etwas kratzige, andererseits smarte Stimme verlieben, denn sie vermittelt auf einzigartige Weise dieses „Nimm' dein Skateboard und genieße den Sommer“-Feeling.

Zwei Songs schaffen es dieses Gefühl besonders gut zu transportieren. Wer auf einem Konzert bei „Let Go“ noch nicht gemosht hat, der hat spätestens hier keine Chance mehr. Man müsste schon tot sein, damit einen der schnelle Rhythmus und die einfachen Riffs nicht mitreißen.

In bester Blink-182-Manier macht die Band mit der einzigen Singleauskopplung „Waiting“ weiter. Anlehnungen an die Kalifornier sind im Skate- beziehungsweise im Pop-Punk normalerweise ein Manko, da viele Bands es verpassen, der Musik ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Kein Problem von „Primetime Failure“: Auch wenn die Riffs größtenteils aus der Feder von Blink-182 stammen könnten, setzen sich Gesang und auch Schlagzeug stark ab und erzeugen einen ganz eigenen Stil.

Erstaunlich ist die Länge der EP. Für Acht Lieder benötigen die Bielefelder exakt 15 Minuten. Mit dem Closer „Stuck in the '90s“ gehen Primetime Failure schließlich noch einmal weg von Skate-Feierlichkeiten und widmen sich voll und ganz dem rohen, reinen Punk. Ein herrlicher Song über den Vorwurf, in den neunziger Jahren stecken geblieben zu sein. Die ganze Botschaft wird in drei verschiedenen Zeilen vermittelt, gepackt in eine Minute und sechs Sekunden. Tolles Geballer. Punk, der zum Abschluss der EP nochmal richtig auf die Schnauze haut. So muss das sein.

Fazit

8.3
Wertung

Frischer Sound, der in keiner Playlist am Baggersee fehlen darf. Und diese krasse Stimme - gerne jederzeit mehr davon.

Ole Lange