Preoccupations und “Arrangements”: Der Blick zurück

Preoccupations begeben sich mit ihrem jüngsten Album auf eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit – sowohl die eigene als auch die generelle.
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Das fünfte und von der Band Preoccupations eigenständig releaste Album “Arrangements” sieht die Gruppe zurückkehren zum Sound ihrer früheren Veröffentlichungen. Bereits mit dem Opener der neuen Platte der Kanadier schleicht sich ein gewisser Retro-Flair in den gitarrendominierten Post-Punk des Quartetts. Der großartig benannte Introtrack “Fix Bayonets!” weiß mit seinem kosmischen Synthiesound und dem eigenwilligen Gesangsduktus von Frontmann Matt Flegel zu fesseln. Zeitweise erweckt diese Kombination gar Erinnerungen an Legenden wie David Bowie, ohne aber den bekannten Post-Punk-Sound der Band aus den Augen zu verlieren.

Über die 38 Minuten der Platte wird schnell klar, dass “Arrangements” nicht einfach eine bloße Rückkehr zu den Anfängen der Band ist. Vielmehr korrespondiert das Album auch klanglich mit dem Titel, finden sich doch hier ein ums andere Mal Einigungen der schrammelnden Gitarrentöne mit den modernen, von Synthesizern geprägten Ansätzen der Band. Melodien werden, beispielsweise auf “Ricochet” oder “Advisor”, von den Synthies gespiegelt oder zumindest angelehnt. Diese Verschmelzung sorgt zusammen mit der effektlastigen Produktion voll von Hall und Atmosphäre für einen fast außerweltlichen Sound.

Diese zeitlose Soundästhetik baut sich über das Album hinweg zu immer düsterer werdenden Kompositionen auf. Mit dem beinahe dystopischen Intro zu “Recalibrate” findet das Album seinen dunkelsten Höhepunkt, bevor die zweite Hälfte des Songs und auch der Closer “Tearing Up the Grass” wieder etwas seichtere Saiten anschlagen. Aufbauend wird es aber über das gesamte Album hinweg nicht wirklich, “Arrangements” stellt sich selbst sehr klar in ein melancholisches Zwielicht, und in dieser Atmosphäre liegt auch die Stärke des Albums. Da wirkt das Happy-Go-Lucky-Gitarrenriff des letzten Tracks fast schon fehl am Platz.

Fazit

6.7
Wertung

Preoccupations beweisen auf “Arrangements” ihr Talent für Stimmung und schaffen es, über knapp 30 Minuten eine triste, melancholische Klangwelt aufzubauen. Lediglich im letzten Song öffnet sich dann nochmal der gräuliche Himmel des Albums und lässt ein paar Sonnenstrahlen durchscheinen, die ich persönlich gar nicht gebraucht hätte. 

Kai Weingärtner
6.3
Wertung

Der Versuch der Preoccupations, ihre Gitarren-Vergangenheit mit ihrer Synthie-Gegenwart zu versöhnen, klingt auf dem Papier erstmal nach einem schönen Konzept. Doch leider verliert sich „Arrangements“ nach einem vielversprechenden Start dann doch etwas zu sehr in der eigenen Atmosphäre.

Steffen Schindler