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Pkew Pkew Pkew und „Optimal Lifestyles“: Rich kids, go f*ck yourselves!

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Mi, 06.03.2019 - 11:46
Punkrock straight outta Kanada! Pkew Pkew Pkew liefern mit „Optimal Lifestyles“ ein fantastisches Album über Lebensstile und Verhaltensmuster ab, das das Zeug zu einer ganz großen Nummer hat.

Vielen wird sich die Frage stellen, was es mit diesem zugegebenermaßen ungewöhnlichen Bandnamen bitteschön auf sich hat, beziehungsweise wie man diesen denn ausspricht. Zumindest die Antwort auf erstere Frage ist recht einfach: Pkew Pkew Pkew beschreibt das Geräusch von Pistolenschüssen. Wie man das ausspricht oder imitiert? Seid kreativ. Viel wichtiger als der Klang eines Namens ist jedoch immer noch, wie das klingt, was eine Band von sich gibt. Und in diesem Fall sind es diese Klänge, die das Herz eines jeden Punkrockfans freudig erregt höher hüpfen lassen.

Pkew Pkew Pkew besingen offen ihr eigenes Leben, von dem sie selbst behaupten, dass sie allesamt wie Idioten leben, sowie die Ursachen für dieses Leben. Es geht um Skaten, Alkohol, Pogo. Begleiterscheinungen eines Musikerlebens in dieser Szene. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Vielmehr ist das Album mitsamt seinen Inhalten ein Versuch, mit den Umständen und den Gegebenheiten in einer von Geld regierten Welt fertig zu werden, von denen jeder von uns unmittelbar etwas spürt und mitbekommt. Die Band bewältigt all das mit ihrer Musik und macht es ihrer Hörerschaft durch breit gefächerte, facettenreiche Songs nicht gerade leicht, für dieses Werk die passenden, beschreibenden Worte zu finden.

Wir alle kennen es: das Geräusch, wenn man selbst oder der Gitarrist auf der Bühne vor uns das erste Mal den Volume-Regler aufreißt. Dieses schwingende, leicht fiepende Geräusch, welches zwischen wunderschön und unangenehm balanciert und uns unweigerlich klarmacht, dass es Zeit ist, in die Saiten zu hauen. Genau dieses Gefühl nutzen Pkew Pkew Pkew, um ihr Album „Optimal Lifestyles“ zu Beginn des Titels „Still Hanging Out After All These Years“ zu eröffnen. Rumpelnde Drums setzen ein und sofort geht’s zur Sache. Rein in ein Album, welches Punkrock auf angenehmste Art und Weise mit einem Retro-Rock-Feeling von Bands wie The Strokes oder Japandroids vermischt und damit eine Klangwelt erzeugt, in die man nicht allzu häufig eintaucht. Ab diesem ersten Eindruck reiht sich Hymne an Hymne, wie im Punkrock üblich selten mit einer Länge jenseits der zweieinhalb bis drei Minuten. Der kürzesten Titel „I Wanna See A Wolf“ bringt es sogar nur auf eine Minute und 19 Sekunden. Diese kurze Zeit aber reicht dieser Band vollkommen aus, um einen guten, vollendeten Song zu produzieren.

Pkew Pkew Pkew bombardieren ihre Hörerschaft mit Refrains, die darum betteln, mitgesungen zu werden. „Drinking Days“ ist ein Beispiel dafür, wie man einen unausweichlichen Ohrwurm komponiert. Widerstand ist zwecklos! Diesen Titel könnte man zweifellos der breiten Masse zugänglich machen, ohne dabei auf taube Ohren zu stoßen. Was aber noch viel wichtiger ist: Die Jungs aus Toronto schaffen das, ohne von ihren musikalischen Wurzeln und Prinzipien abzuweichen oder diese irgendwie aufzuweichen. Die Band profitiert dabei ohne Zweifel von Mikes Stimme, die stark an Ikonen wie Anti-Flag erinnert und im Punkrock einfach aufgeht. Aber vor allem in den Wurzeln von Pkew Pkew Pkew punktet „Optimal Lifestyles“ so richtig. „I Don't Matter At All“, „Skate 2“, „Passed Out“ oder „Thirsty and Humble“ sind einwandfreie Punkrockhymnen, versetzt mit einem gewissen Retro-Rock-Charme, der sie erst recht besonders macht. Pkew Pkew Pkew sind sich sogar nicht zu schade dafür, die „Rich Kids“ im eigenen Publikum anzupöbeln, mit denen die Band um Sänger Mike im Song „Adult Party“ so seine Probleme zu haben scheint. Man weiß, wo man herkommt, wen man heutzutage mag und wen eben auch nicht.