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The Get Up Kids und „Problems“: Seichter Emo-Pop-Rock

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Mo, 20.05.2019 - 11:40
Nach langer Pause melden sich die Emo-Rocker von The Get Up Kids zurück. Doch „Problems“ hat nicht das Potenzial zum großen Comeback-Kracher.

Acht Jahre Zeit für ein neues Album kann man sich mal lassen. Das haben wohl The Get Up Kids gedacht, die jetzt mit „Problems“ ihre erste Platte seit 2011 rausgebracht haben (zwischendurch gab es 2018 aber noch eine kleine EP). Vorab gab es schon drei Singles, von denen die erste auch das Album eröffnet: „Satellite“ beginnt noch recht ruhig mit Gesang und Gitarre, öffnet sich dann ziemlich plötzlich und gewinnt an Lautstärke und Energie. Man hört die Emo-Wurzeln der Band schon hier deutlich heraus. Sänger Matt Pryors sagt über den Song: „Ich habe angefangen über meinen 14-jährigen Sohn zu schreiben, der total introvertiert ist. Doch irgendwann habe ich angefangen, über mich selbst zu singen - darüber, dass ich, selbst wenn wir eine Show in einem Raum voller Menschen spielen, mich immer noch ängstlich und isoliert fühle."

Emomäßig geht es auch weiter mit „The Problem Is Me“. Singt da wirklich ein 41-Jähriger oder doch ein Teenie? So geht es weiter. Auf zwölf Songs präsentieren die fünf Musiker aus Kansas City seichten Emo-Rock, der auch Indie-Elemente aufweist. Immer wieder kommen ruhige, zurückhaltend instrumentierte Passagen, in denen die selbstbeobachtenden Texte klar im Vordergrund stehen. Alles nichts Neues, besonders abwechslungsreich ist die Platte auch nicht - klingt ein bisschen nach 08/15-Radio-Pop-Rock. Da hilft auch kein halbherziges Gitarrensolo in der Mitte des Albums („Fairweather Friends“).

„Waking Up Alone“ kommt dagegen eher elektronisch um die Ecke und sorgt für ein kurzes Auflauschen, dann geht es aber wieder in bekannter Manier weiter. The Get Up Kids beenden „Problems“ schließlich ganz klassisch mit einer Ballade („Your Ghost Is Gone“). Gehört sich ja schließlich für eine Emo-Band so. Schwere Klaviertöne, ein trauriger Text über den Verlust eines Menschen, zum Ende hin noch einmal mit laut aufspielenden Gitarren im langen Instrumental-Part, bevor die letzten Wörter ins Mikrofon gehaucht werden.

Ob es „Problems“ jetzt wirklich gebraucht hätte? Manchmal ist es vielleicht doch besser, nicht noch unbedingt einen draufsetzen zu wollen.