Children Of Bodom und “Hexed”: Business as usual

Dass Children Of Bodom keine innovative Band sind, ist nach 20 Jahren klar wie der namensgebende See. “Hexed” reiht sich nahtlos in die Discographie ein und sollte alte wie neue Fans rundum zufrieden stellen.
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Das mittlerweile zehnte Album von Children Of Bodom klingt im Kern genauso wie ein “Blooddrunk”, “Are You Dead Yet” oder “Hatebreeder”. Sehr leadlastige Gitarren, sehr präsente Keyboards, Alexi Laihos krächzt Vocals, alles wie gehabt. Nachdem vorher vollmundig von 70er Melodien und progressiven Elementen gesprochen wurde, liefert “Under Grass and Clover” aber schon die erste Ernüchterung: die poppigen Melodien verorten sich eher im kitschigen Powermetal. Die Spieluhr am Anfang von “Hecate’s Nightmare” wirkt sehr cheesy und mit anderen Vocals könnte der Song auch von Nightwish sein. Härtere Nummern wie “Kick in a Spleen” klingen wegen der melodielastigen Gitarren oft dünn, weniger Twin-Leads und mehr Rhythmusgitarre hätten allen Songs gutgetan. Das ist allerdings ein Kritikpunkt, der sich auf alle Alben der Finnen anwenden ließe. Die Melodien und Licks der Gitarren und Keyboards sind aber wie gewohnt catchy und gut auskomponiert. Vor allem bei “Platitudes and Barren Words”, wenn beide Gitarristen gleichzeitig gegeneinander solieren, zeigt sich die spielerische Klasse der beiden Sechssaiter.

Sinnbildlich für “Hexed” ist wohl der Song “Knuckleduster“: Der ist bereits 2004 erschienen und wurde lediglich neu aufgenommen. Obwohl der Song immerhin 15 Jahre auf dem Buckel hat, passt er perfekt zum Rest des Albums.

Fazit

6
Wertung

Children Of Bodom liefern ab, so wie man sie kennt. Fans freuen sich über ein neues Album, “Hexed” wird aber weder alte Fans zurückbringen noch Leute hinter dem Ofen hervorlocken, die mit der Band noch nie warm geworden sind.

Jonas Mönter