The Bombpops und "Death in Venice Beach": Ungenutztes Potential

Live from Venice Beach, please welcome The Bombpops. Großartig, eine Pop-Punk Band aus Kalifornien macht auf sich aufmerksam – und schöpft leider ihr Potential nicht ganz aus.
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The Bombpops klingen so, als hätten Green Day ihren Schwestern damals ebenfalls Gitarren in die Hand gedrückt. Es macht großen Spaß ihnen zuzuhören. Die Rechnung geht auf; Pop-Punk geht auch ohne Geschrei, ohne Shouts, dafür mit perfekt gesungenen Harmonien und weichem Gesang. Klar, die Instrumentierung und Absichten sind immer noch da, nur eben einfühlsamer beigebracht. Die Songs sind alle in Punk-Manier kurz gehalten,  gut durchdacht und trotz der Pop-Einflüsse werden sie beim ersten Hören nicht langweilig. Die Single-Auskopplung “Double Arrows Down“ vermischt genau diese Elemente, nur um mit einem ernsteren Thema zu überraschen. Es geht in diesem Song nämlich um einen möglicherweise lebensbedrohlichen diabetischen Anfall, den Sängerin Poli van Dam während einer Tour vor 2 Jahren erlitt. Ähnlich wie die Pop-Ikone Sting, erzählen auch The Bombpops von ernsteren Themen, versehen diese jedoch mit eingängiger Musik, sodass sie einfacher im Gedächtnis bleibt.

Das Problem ist, dass manche Songs zu eingängig sind. Der ein oder andere Song erinnert ein wenig an Introsongs von US amerikanischen Highschool-Teenie-Filmen oder Jugendserien auf Nickelodeon Mitte der 2000er. Der Song “Can’t Come Clean“ ist eben so einer. Feelgood-Musik mit Ohrwurmcharakter, der doch ein wenig zu brav klingt. Hier ist das vorhin erwähnte verschenkte Potential. Es klingt leider zu brav für Punk. Und dabei behandelt der Song ein ernstes, für die Sängerin Poli van Dam recht privates Thema. Schließlich singt sie über ihre damalige Alkoholsucht. Das interessante an The Bombpops ist, dass der Frontgesang zwar suggeriert, es handele sich um brave Mädchen, die mal den Punkrock ausprobieren wollen. Hört man genau hin, sind die behandelten Themen aber doch gänzlich andere (Alkoholsucht & Schicksalsschläge). Doch leider verlässt die Band diese brave Schiene zu selten.

Es bleibt leider beim spannenden ersten Mal Hören, nimmt man das Album als Ganzes. Hört man sich das Album erneut an, sticht wohl nur noch der Song “House on Fire“ mit seinem unerwarteten Klavier-Intro hervor. Doch auch dieser verwandelt sich schnell in eine hervorsehbare Komposition. Die Songs einzeln sind gut und machen allesamt Spaß, doch es ist das Gesamtpaket, welches viel Potential verschenkt.

Fazit

5
Wertung

Ein Hinhörer sind The Bombpops allemal. Die Mischung aus Pop-Punk mit doppeltem weiblichem Frontgesang taucht nicht allzu oft in der Musikwelt auf. Die Songs machen Spaß beim ersten Mal hören, werden danach aber recht eintönig und ähneln sich zu sehr. Schade eigentlich, viel Potential ist nämlich gegeben. In einem Satz: Nicht schlecht, aber auch nicht all zu spannend.

Jan-Severin Irsch
4.9
Wertung

"Death In Venice Beach" - der Titel klingt aufregender als die Musik, die sich dahinter verbirgt. The Bombpops liefern durchschnittlichen Punkrock ab. Das erinnert ein bisschen an die 2000er-Jahre, ist auch gar nicht schlecht. Aber eben auch nichts Außergewöhnliches, die Songs klingen wie zig andere Punkrocksongs auch. Der weibliche Gesang sticht aus der Menge noch am ehesten hervor, kann aber auch ganz schön anstrengend werden.

Lara Teschers