Review: Band ESKALATION liefern mit 360° den Soundtrack für den Sommer

Man nehme etwas Krafklub, dazu etwas Jamaram, eine Prise Sondaschule, garniere das ganze mit ein paar Synthie-Lines und erhält den Soundtrack für diesen Sommer. „360°“, nicht nur die prognostizierte Höchsttemperatur dieses Jahr, sondern auch das neue Album der Nürnberger Formation ESKALATION.
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Ein bisschen Ska, ein bisschen Punk, etwas Dub on top - bei ESKALATION ist für jeden etwas dabei. Mit schnellen und eingängigen Rhythmen ist jeder Song eine Einladung zum Tanzen. Dabei kreieren die Band einen Sound, der absolut neu und unvergleichlich ist.
Los geht es dabei mit „Nicht mehr meine Band“. Eine Kritik an der „Mit der Zeit gehen“-Mentalität in der Musikbranche. Bands orientieren sich zu oft nicht mehr an ihren Fans, sondern an den Trends, was zu oft den Ausverkauf der eigenen Werte bedeutet. Beim hören des Liedes geht sofort der innerliche Zeigefinger in die Höhe und schreit laut: „LINKIN PARK“. Genau solche Bands sind gemeint. 
Mit „Bau dir deine Wahrheit“ wagen die Franken eine politische Positionierung. Mit herrlich ironischen und zugleich hochintelligenten Zeilen, entlarven sie die Stammtischparolen als das was sie sind: Leicht zu wiederlegener, rechter Müll. Das Ganze natürlich so vorgetragen, dass niemand auf seinem Hintern sitzen bleiben kann. Gesellschaftskritik tanzbar gemacht, chapeau!
 

Wer hier auf der Tanzfläche noch nicht eskaliert ist, hat spätestens bei „Degeneration“ verloren. Veröffentlicht wurde der Song schon 2016 in der gleichnamigen und dreiteiligen Singleauskopplung. Ein schneller Track, der einen ab dem ersten Ton der Posaune bis zum Verhallen des Schlagzeugs in seinen Bann zieht und nicht loslässt. 
In „Wandler“ geht die Band etwas vom Gas und bringt eine entspannte Reggae-Nummer. Hier ist auch Platz für ein Solo von Saxofonistin Geli, das Lisa Simpson vor Neid erblassen lassen würde. Auch ein kleines Highlight auf der Platte.

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BEHAUPTUNG:
ESKALATION treten dir schneller in den Arsch,
als du „Menschenaffe“ sagen kannst!
Beweis: Jede Show. Immer.

Nach der akustischen Verschnaufpause kloppen ESKALATION allerdings nicht sofort wieder mit vollem Tempo los. Stattdessen steigern sie das Tempo in „Tanz deine Revolution“ nur leicht, um dann in „Deine Geschichte“ nochmal voll aufzudrehen. Wäre das Album ein Konzert, würde spätestens jetzt die Hütte komplett abgerissen werden. 
Den Schluss des Albums bildet mit „Sprachlos“ eine Präsentation des musikalischen Könnens der Instrumentalisten. Insbesondere die Bläser der Band dürfen in diesem Track ohne Gesang zeigen, was sie können.

Mit einem als Menschenaffe verkleideten Trompeter ist die Band auch Live ein Hit. ESKALATION sind ein Garant für gute Laune und Stimmung. 

Der Sondtrack für die Strandparty ist da. Badehose an, Sonnenbrille auf, der Sommer kommt in diesem Jahr schon im April!
 

Fazit

9
Wertung

Ein echter Knaller! Und das direkt in meiner Nachbarschaft. „360°“ hat mich eingefangen und lässt mich nicht los.

Moritz Zelkowicz
8
Wertung

Da beweisen Uncle M erneut ein glückliches Händchen: ESKALATION liefern ein angenehm frisches Gute-Laune-Album ab, welches eigentlich in jeder Strandbar laufen sollte. Bei mir wird es definitiv auf der "Balkonien"-Playlist landen!

Lucio Waßill