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Makk und „Midlife Dreams“: Eine Reise durch Zeit und Traum

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Do, 17.05.2018 - 12:00
Man kennt die Midlife Crisis. Bierbäuchige Männer mit schütterem Haar kaufen sich ein Motorrad oder einen Sportwagen, in den sie nur unter Überwindung der Rückenschmerzen einsteigen können und versuchen plötzlich bei der halb so alten Mitarbeiterin zu landen. Keine schöne Sache. Ganz anders ist da „Midlife Dreams“ von Makk.

Synthwave ist modern und Gitarrensounds sind unsterblich. Was passiert, wenn man beides spielerisch mit den Mitteln der modernen Technik verbindet, beweist der Dresdner Philipp Makolies. Unter seinem Künstlernamen Makk eröffnet er auf seiner EP „Midlife Dreams“ eine Welt voll Nostalgie, Lebenslust und entspannter Musik. Schon der Opener „Youth“ klingt nach Strand, verwackelten Polaroidbildern und dem Gefühl, das erste Mal verliebt zu sein. Die sanfte Gitarre und die Synthies wabern und umspielen die musikalischen Wellen, welche sanft im Sand verfließen. Eingespielte Voicesamples schaffen ein wenig Retrofeeling und lassen den Hörer in eine andere, bunte Welt abdriften.

Die anderen drei Lieder erzeugen ein ähnliches Gefühl. Alles wirkt leicht, beinahe schwerelos und unbeschwert. Es klingt ein wenig wie eine Mischung aus Justin Bieber „What Do You Mean“, „Paris“ von The Chainsmokers und diesen Lounge-Compilations aus dem Teleshop. In „Midlife Dreams“ gibt es dann auch ein wenig mehr Text, doch der Gesang bleibt eher im Hintergrund unter einer Kuscheldecke aus Synthies. Die Vocals sind eher ein weiteres Instrument und fügen sich gut in der bunten musikalischen Mischung ein.

Ist die EP vorbei, startet sie problemlos erneut und kann auch den Rest des Tages weiterlaufen ohne zu stören. Und genau da liegt das Problem. Die Songs sind entspannend und sommerlich klingend, was ja eigentlich kein Problem darstellt. Würde man eine Strandparty veranstalten, wäre „Midlife Dreams“ ein guter Soundtrack. Aber es bleibt nicht so wirklich im Kopf. Makks Musik als Hintergrundgedudel zu bezeichnen, wäre falsch, aber die Musik schafft es nicht wirklich im Vordergrund hängen zu bleiben. Die Songs sind gut geschrieben und gut produziert, leider jedoch zu glatt und so gleiten sie am Hörer ein wenig vorbei. Ein paar Ecken hätten hier vielleicht geholfen. So bleibt nach 17 Minuten ein entspanntes Gefühl, aber die EP nicht im Kopf.