Nicht oft durfte ich bisher erleben, dass man im Alten Schlachthof in Dresden ganz gemütlich ohne großes Gedrängel sich ein Bier holen konnte, während eine Band spielt. Es war bei weitem nicht ausverkauft. Womöglich kostete das Bergfest einige die Motivation zu einem sehr impulsiven Konzert zu gehen. Doch das hat die Stimmung nicht wirklich getrübt.

Opener des Abends waren DEATHRITE aus Dresden. Neben den Ansagen, welche sehr improvisiert schienen und kaum einen roten Faden hatten, konnte man der Musik zuhören. Es kam keine Bewegung auf, was sicher auch an der Leere im Saal lag, die zu dem Zeitpunkt noch herrschte. Eine halbe Stunde bekommt man dennoch ganz akzeptablen Deathcore zu hören. Musikalisch haben die zwei letzten Lieder aber am Meisten überzeugt, welche auch die Neuesten der Band waren. 
 

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Mit DER WEG EINER FREIHEIT hat man dann deutlich gehört, dass es eventuell etwas lauter als sonst im Schlachthof werden konnte. Nach dem sehr ruhigen Intro ballern die Jungs mit wirklich geiler Lichtshow. Ich selber hab von der Band vorher noch nie gehört (Schande auf mein Haupt), aber schon beim Auftritt haben mich die Jungs überzeugt. Viele richtig gute Drops kamen wunderbar im Schlachthof zur Geltung. Man konnte von hinten wirklich gut sehen, wie alle anfingen, mit ihren Köpfen zu nicken. Und so langsam wurde es vorne auch etwas voller. 
 

Ungefähr 21:30 Uhr war es dann so weit. Stagetime für HEAVEN SHALL BURN. Sofort merkte man auch, weswegen alle da waren. Und HSB zeigten auch, warum ungefähr 1.500 Leute diesen Abend da waren. „Hunters will be Hunted“ eröffnet mal sofort das Schweißtreiben. Direkt vor der Bühne pogten sich die ersten schon in Stimmung, während einige dann noch die richtig gute Lichtshow genießten. Neben den neueren Songs spielten HSB aber auch die besten Hits aus den vergangenen Jahren. Einige Highlights waren selbstverständlich „The Only Truth“, „Voice of the Voiceless“ oder auch „Passage of the Crane“. Insgesamt war es ein wirklich sehr guter Wechsel von alten und neuen Liedern. 
 

Die Ansagen von Sänger Marcus Bischoff waren sehr persönlich. So berichtete er über die Stadtrundfahrt und dem Meet and Greet mit einigen Fans in Dresden. Natürlich bemerkte er auch, dass er sich heute nicht auf Hochdeutsch versteifen muss, da man ihn im Osten ganz gut versteht. 
Nach der Zugabe kam er dann auch noch mal zu den Fans und wurde quasi zum Stagediven gezogen. Lange wollte ihn kaum jemand wieder zurück geben. Sehr sympathisch mein Herr!

So endete dann auch der Mittwoch Abend kurz vor 23 Uhr, komplett verschwitzt, überwältigt von einer wirklich guten Show, die selbst bei der Größe äußerst familiär war. Respekt an die Herren von Heaven Shall Burn, dass ihr immer noch so eine Stimmung kreieren könnt. Gerne wieder!