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Konzertbericht: Archive in Bochum

Di, 14.11.2017 - 13:27
Archive ist so eine Band, die auf dem Album schon begeistern mag, aber erst live richtig wirkt. Am 11.11.2017 beehrten die Briten die Ruhrgebietsmetropole Bochum, in der Kult-Location Zeche.

Um 20 Uhr ging es los und die Lichtshow, für welche das Wort Epilepsiewarnung nur unzureichend zutrifft, führte das Publikum in die Nacht. Innerhalb kürzester Zeit nahm die Band, welche mit sieben Personen auf der Bühne stand, den Raum komplett ein und erzeugte einen grandiosen Stadionsound in der kleinen Zeche. Tontechniker und Band haben da auf jeden Fall ganze Arbeit geleistet. Der flächige Sound zwischen Elektro, Post-Rock und Progressive kam wie eine Wand auf das Publikum zu und wirkte trotz all des Chaos kontrolliert. Zwischen dem Material des neuen Albums „The False Foundation“ und älteren Stücken wechselnd, spielte die Band sich langsam warm. Der Titeltrack der neuen Scheibe sorgte schon für Bewegung im Publikum, und als im Anschluss der Fanliebling „Fuck You“ kam, waren alle wach! Auch Klassiker wie „Bullets“ fehlten nicht und wurden mit viel Applaus belohnt. Die dazugehörige Lichtshow stand dem in Nichts nach. Wechselnd zwischen 3D-Animationen, Filmmaterial, Gemälden, Schriftzügen und Kameraübertragungen der Sänger, in Kombination mit unzähligen Scheinwerfern, untermalte sie den Sound noch mehr und tauchte die Zeche in eine dichte Atmosphäre.

Das Publikum war bunt gemischt und ebenso vielfältig wie die Genres der Band. Vom alten Hippiepärchen bishin zum Metalhead, von Kindern bis zum Grufti gab es hier alles und alle feierten zusammen. Die meisten tanzten für sich und in Trance, während andere gebannt nach vorn blickten und sich dem Gerstensaft hingaben. Als die Band nach etwas mehr als einer Stunde die Bühne verließ entstand ein nicht enden wollender Applaus. Kurz darauf kam die Band wieder und spielte weiter. Die nächsten zwei Songs wurden gefeiert, mitgesungen und mitgetanzt. Zum Abschluß gab es dann noch „Numb“ und hier wurde noch einmal alles ausgepackt, was die Boxen hergaben. Drei Gitarren, zwei Bässe, Synthies und Drums spielten sich in Ekstase. Schier unzählige Male steigerte sich der Sound des Outros und wurde mit Jubel belohnt. Dann war es vorbei. Mit sichtlich Spaß und viel Können hatte die Band die Zeche für sich eingenommen und gezeigt, was Musik können muss. Begeistern. Euphorisch und erschöpft verließ man die Zeche in die Nacht. Gerne wieder.