Vorschau 2023: Mit 50 Platten ins neue Jahr

Bereits jetzt kündigen sich für das neue Jahr wieder viele fantastische neue Releases an. Wir werfen für euch einen Blick in die Zukunft und zeigen euch, welche Platten schon feststehen – und welche vielleicht noch folgen könnten.
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100 Kilo Herz

Zum Jahresbeginn verkündeten Uncle M auf ihrem Instagram-Account eine ganze Reihe von Bands, die 2023 neue Musik über das Label veröffentlichen würden. Mit dabei waren auch 100 Kilo Herz, deren letztes Album „Stadt Land Flucht“ in diesem Jahr Dreijähriges feiert. Es wird spannend zu sehen sein, ob auch der im vergangenen Jahr Thema gewordene Skandal um Ex-Gitarristen Clemens beim Release Thema sein werden. Dem Musiker werden sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch vorgeworfen.

Acres – „Burning Throne“ (03.03.)

Im November versüßten Acres ihren Fans die Vorfreude auf das neue Jahr mit der Ankündigung, ihre neue Platte würde bereits im Frühjahr erscheinen. Am 3. März wird „Burning Throne“ nun veröffentlicht. Die ersten Singles weist die Band als Vorbote einer Platte aus, in der sie enorm viel persönliche Gefühle gesteckt haben will.

All diese Gewalt

Die-Nerven-Mitglied und Post-Punk-Mastermind Max Rieger beendete sein Jahr mit einem Rückblick auf Instagram. 2022 hat er es als Produzent mehrfach in die Charts geschafft, am prominentesten sicher mit dem aktuellen Casper-Album, für das er hinter den Reglern saß. 2023 kündigte Rieger im gleichen Zug an, eine neue Platte seines fulminanten Solo-Projekts All diese Gewalt in die Welt zu schicken. Das wird sicherlich deutlich mehr Nische als seine jüngeren Projekte.

The Amity Affliction

Die vielgeliebte Melodic-Hardcore-Band aus Australien beendete 2021 mit ihrer EP „Somewhere Beyond The Blue“ und war seitdem mit neuer Musik nicht in Erscheinung getreten. Ende November diesen Jahres erschien jedoch mit „Show Me Your God“ eine brandneue Single – man kann es gut für möglich halten, dass da 2023 noch mehr folgen wird.

Anti-Flag – „Lies They Tell Our Children“ (06.01.)

Schon ganz zu Beginn des Jahres veröffentlichen Anti-Flag ihr sage und schreibe 13. Album. Darauf hat die Band ein sagenhaftes Get-Together von prominenten Szene-Gästen versammelt – ja verdammt, sogar Campino von den Toten Hosen meldet sich in einer musikalisch eher fragwürdigen Single zu Wort. Die redaktionelle Vorab-Hörsessions ergaben allerdings trotzdem: Da kommt eine fantastische Platte auf uns zu.

August Burns Red – „Death Below“ (24.03.)

Für Freunde von melodischem Hardcore, Metalcore und alle anderen Grauzonen dieser Genre-Suppe könnte es ein gutes Jahr werden, denn auch August Burns Red haben bereits eine neue Platte in den Startlöchern. „Death Below“ ist für den 24. März angekündigt – und bei einer der meistgeliebtesten Bands dieser Szene ist ein musikalischer Fehlschlag wohl eher unwahrscheinlich.

Blackout Problems

So richtig sattelfest scheint das bei den Blackout Problems alles noch nicht zu sein, aber man kann durchaus hoffen, dass ein neues Album der Münchener 2023 erscheinen wird. Zumindest zeigte die Band auf Instagram bereits erste Fotos und Videos aus dem Studio. Nach dem beeindruckenden Ästhetik-Wechsel, den die bisher letzte Platte „Dark“ hingelegt hatte, darf man sicherlich gespannt sein, was die Band für ihren kommenden Release in Petto hat. Es wird zudem wohl das erste Material werden, bei dem Neuzugang und Heisskalt-Drummer Marius am Schlagzeug sitzt.

Blond – „Perlen“ (21.04.)

Blond sind 2022 viel getourt und scheinen ihr Momentum mit ins neue Jahr zu nehmen. Am 21. April erscheint „Perlen“, die neue Platte des Trios. Das kündigte die Band auf Instagram mit einem Videoteaser an, der begleitet von einem aufstrebenden Saxophon-Instrumental-Track war. Ob das was mit dem Sound der Platte zu tun hat? Man weiß ja nie.

Bury Tomorrow – „The Seventh Sun“ (31.03.)

Und noch ein sicherer Release aus der Metalcore-Warte: Bury Tomorrow haben ihre kommende Platte „The Seventh Sun“ getauft und veröffentlichen diese am 31. März. In den letzten Jahren hatte die Band personell stark umgebaut. Jason Cameron hat die Gruppe verlassen, neu hinzugestoßen sind an seiner Stelle Ed Hartwell sowie Keyboarder Tom Prendergast. Es wird spannend zu sehen sein, was dies für den Sound bedeutet – die Single „Boltcutter“ kann darauf einen ersten Vorgeschmack geben.

Casey

Wer hätte gedacht, dass dieser Name noch einmal in einer Jahresvorschau auftauchen würde? Aber tatsächlich, die Reunion der geliebten Post-Hardcore-Band aus South Wales dürfte für viele eine der besten Nachrichten 2022 gewesen sein. Neben der Ankündigung von Konzerten gab es von der Gruppe sogar neue Musik. Ob die Singles „Great Grief“ und „Atone“ in einer neuen Platte münden werden, ist derzeit noch unklar – ganz unwahrscheinlich scheint es aber nicht.

Catapults – „Our Current Life“ (03.03.)

Ein ganzes Album gönnen uns Catapults zumindest vorerst nicht in 2023, eine EP haben sie allerdings schon angekündigt. „Our Current Life“ wird am 3. März mit wunderschönem Cover erscheinen und wohl von allen mit Spannung erwartet, die das Debütalbum des Quartetts 2021 in Dauerschleife gepumpt haben. Zurecht übrigens: Einen schöneren lokalen Emo-Geheimtipp gab es die letzten Jahre kaum.

Circa Waves – „Never Going Under“(13.01.)

Gleich im Januar gibt es ein neues Album der Liverpooler Indie-Aufsteiger Circa Waves. „Never Going Under“ heißt die Platte – eine kämpferische Botschaft, die wir 2023 leider wahrscheinlich immer noch viel zu oft brauchen werden.

Deichkind – „Neues vom Dauerzustand“ (17.02.)

„Neues vom Dauerzustand“ haben Deichkind ihren kommenden Langspieler getauft, der uns im Februar erwartet. Ob der Name Programm sein wird? Immerhin ist die ironische Party-Persiflage mit unüblich wohlformulierten Texten bei der Band mittlerweile ein festetabliertes Rezept geworden. Verkehrt wird das aber sicher auch nie sein.

Die fantastischen Vier – „The Liechtenstein Tapes“ (13.01.)

„The Liechtenstein Tapes“ ist ein besonderes Projekt mit sicherlich viel Reibungspotential: Die fantastischen Vier sind nämlich in das namensgebende Land gereist, um dort 15 ihrer größten Hits ein „zeitgemäßes Gewand“ zu verleihen. Die vorab veröffentlichte Version von „Die Da“ zeigt aber, dass das nicht etwa Trap-Beats und Autotune heißt, sondern eine breit ausproduzierte Bandversion. Ein interessantes Experiment, bei dem zu sehen sein wird, wie die vielen Fans der Originale es aufnehmen werden.

Donots – „Heut ist ein guter Tag“ (03.02.)

Jahresbeginne sind relativ häufig mit neuen Donots-Platten verknüpft – so auch 2023, in dem „Heut ist ein guter Tag“ bereits am 3. Februar erscheinen wird. Die Erfahrung der letzten Platten hat gezeigt, dass da wohl eigentlich kaum etwas schiefgehen kann.

Esben And The Witch – „Hold Sacred” (12.05.)

Obwohl der Release schon fix ist, müssen sich Fans der Stoner-Psychedelic-Kombo Esben And The Witch noch ein wenig gedulden: „Hold Sacred“ erscheint nämlich erst am 12. Mai. Auf musikalische Teaser müssen wir ebenso noch warten. Vorab verriet die Band aber vielsagend: „Alles hat sich verändert und nichts hat sich verändert.“ Ah ja. Müssen wir wohl auf die Singles warten.

Fettes Brot – „History” (10.02.)

2023 wird ein wehmütiges Jahr für alle Freunde der Hip-Hop-Legenden Fettes Brot, die auf große Abschiedstour gehen werden. Um um dieses Kapitel noch die passende Schleife zu ziehen, erscheint im Februar noch ein Best-of der Kombo. Wer sich also nochmal alle Smasher zu Gemüte ziehen will, bevor im Mai der Vorhang fällt, könnte hier gut beraten sein.

Flash Forward

Von den mehreren von Uncle M angeteaserten Neuerscheinungen im kommenden Jahr überraschen vielleicht am meisten Flash Forward – immerhin ist deren aktuellstes Album „Endings = Beginnings“ wirklich gerade erst im Dezember 2022 erschienen. An einen neuen Langspieler wollen wir deswegen noch nicht so ganz glauben – aber irgendwas scheint da definitiv schon jetzt in den Startlöchern zu stehen.

Frachter – „Bad sterben“ (17.02.)

Lokalpatriotismus auf die andere Art: Frachter konnotieren in ihrem neuen Album die bayerische Gemeinde Bad Steben mit einem fragwürdigen Label. Herüber linst die Band dabei aus Weimar, ihr Sound ist ein Throwback für alle Fans von rumpeligem 90s-Punk. Was das alles bedeutet? Wir werden es am 17. Februar definitiv wissen.

Fucked Up – „One Day“ (27.01.)

Ein neues Fucked-Up-Album ist eigentlich immer eine gute Nachricht. Die Hardcore-Punks stehen für geordnetes Chaos, das stets viel Kreativität im Sound transportiert. „One Day“ wird deswegen fast garantiert wieder ein Fest für alle, die genialen Krach lieben – und wir müssen uns auf die neue Platte dankenswerterweise auch nur noch bis zum 27. Januar gedulden.

Gorillaz – „Cracker Island“ (24.02.)

So richtig viel Ruhepausen kennt Dauerproduzent Damon Albarn eigentlich nicht, 2022 gab es aber erstaunlich wenig Projekte als Musiker von ihm – genauer gesagt war er lediglich auf einem Track des DJs Flume zu Gast. Offenbar hat er die Zeit aber für ein neues Gorillaz-Album genutzt, das nun am 24. Februar erscheinen wird. Vier Singles sind bereits da, die Gäste sind wie gewohnt prominent und vielseitig – unter anderem sind Thundercat und Tame Impala auf den neuen Tracks zu hören.

Haken – „Fauna“ (03.03.)

Hakens letztes Album erschien 2020 und hieß ironischerweise „Virus“. Hoffen wir, dass das neue Album „Fauna“ im März 2023 ein gutes Omen ist und uns gute Neuigkeiten für die pflanzliche Vielfalt der Natur gibt, die in vielerlei Hinsicht durch den Klimawandel gefährdet scheint. In jedem Fall wird die Platte aber sicher wieder ein Fest für alle Fans von progressivem und aberwitzig komponiertem Metal.

Hi! Spencer

Auch für Hi! Spencer haben Uncle M im neuen Jahr Material angekündigt. Hier scheinen die Zeichen auf ein ganzes Album besser zu stehen als bei Flash Forward, obwohl die Band aus Osnabrück auch 2022 nicht untätig war und eine EP mit dem Titel „Memori“ veröffentlicht hat. Die sechs Tracks dieser Platte könnten durchaus der Vorlauf für ein größeres Projekt gewesen sein. Wann dort etwas konkreter wird, ist bisher aber noch völlig unklar.

Ilja John Lappin / Pinhead

Eine ganz frische Nachricht vom Bassisten der kongenialen The Hirsch Effekt: Ilja John Lappin ließ jüngst auf Instagram mit einem Videoteaser verlauten, dass er 2023 sein Soloprojekt Pinhead an die Öffentlichkeit bringen wird. Was genau das heißt und wann es mehr als nur kurze Soundschnipsel zu hören geben wird, ist noch unklar. Es dürfte ein geschäftiges Jahr für den Musiker werden, schließlich arbeitet er auch gerade mit seiner Hauptband an neuen Songs (siehe weiter unten).

In Flames – „Foregone“ (10.02.)

Man mag kaum glauben, dass „Foregone“ mittlerweile schon das vierzehnte Album der Melodic-Hardcore-Band In Flames ist. Still standen die Göteborger seit ihrer Gründung im Jahr 1990 aber quasi nie. Die Vorabtracks wurden von Fans des Genres weitgehend äußerst positiv aufgenommen – wahrscheinlich ist die wahre Leistung dieser Band deswegen auch eher, dass man sich nach all den Jahren immer noch auf ihre neuen Veröffentlichungen freut.

John Cale – „Mercy“ (20.01.)

Kein Witz: Gleich im Januar 2023 wird ein neues Album von niemand Geringerem als John Cale erscheinen, der seinerzeit Mitbegründer der legendären The Velvet Underground war. „Mercy“ wird die erste Platte des Musikers seit über zehn Jahren und wird nach eigener Aussage viele aktuelle Weltfragen behandeln. Ob Brexit, Covid oder der Klimawandel – man darf gespannt sein, was Cale zusammen mit unter anderem Mitgliedern des Animal Collectives zu diesen schwerwiegenden Brocken zu sagen hat.

Karies – „Tagträume an der Schaummaschine Pt. 1“ (10.03.)

Karies haben verdammt viel vor: Ihr neues Album erscheint zwar schon am 10.03., enthält aber den wichtigen Namenszusatz „Pt. 1“. Tatsächlich soll „Tagträume an der Schaummaschine“ nämlich ein Doppelalbum werden. Ob Teil 2 auch noch 2023 erscheinen wird, ist bisher unklar – wir tippen aber mal vorsichtig, dass auch das bis zum Jahresende noch drin wäre. Das dürfte alle freuen, die wissen, dass der Vorgänger „Alice“ eines der besten deutschen Post-Punk-Alben des vergangenen Jahrzehnts war.

Kele Okereke – „The Flames Pt. 2” (24.03.)

Apropos Zweiteiler: Die kann Bloc-Party-Frontmann Kele Okereke auch ganz gut. Seine neue Platte „The Flames Pt. 2“ ist die Fortsetzung des 2021 erschienenen „The Waves“. Wie auch beim Vorgänger war es dem Musiker nach eigener Aussage wichtig, dass sämtliche Sounds der Platte von elektrischen Gitarren erzeugt werden. Gleichzeitig verspricht etwa der Vorab-Track „Vandal“ ein weitaus tanzbareres Erlebnis als noch der Vorgänger. Das Album erscheint am 24. März.

Kora Winter

Die Album-der-Woche-Redaktion scharrt ungeduldig mit den Hufen, denn 2023 soll es endlich eine neue Platte von Kora Winter geben. Die Berliner Post-Metal-Heroen hatten seit ihrem alles überragenden Debütalbum „Bitter“ aus dem Jahr 2019 lediglich das Prof.-Wolfff-Cover „Hetzjagd“ veröffentlicht, für das kommende Jahr soll es nun endlich wieder umfangreicheres Material geben. Dieses teaserte die Band auf Instagram kryptisch mit der Abkürzung „GS,GB“ an. Ganz Sicher, Ganz Bald!

Marathonmann

Marathonmann haben sich jüngst nicht nur Freunde gemacht: Ihre neue Single „Auryn“ brachte einen ziemlich radikalen Stilwechsel Richtung Synthwave mit sich. Gleichzeitig kickte die Band kurzerhand Kind Kaputt aus dem Vorprogramm ihrer anstehenden Tour, weil die neue musikalische Ausrichtung dazu nicht mehr passen würde. Das brachte der Gruppe einen deutlichen Shitstorm ein, der neue Releases in der Zukunft sicherlich nicht gerade weniger heikel machen dürfte. Dennoch gehen wir davon aus, dass dem ersten Track 2023 noch weitere folgen werden.

Metallica – „72 Seasons“ (14.04.)

Metallica werden irgendwie auch nicht müde: Acht Grammys, unzählige Welttouren, Nummer-Eins-Alben ohne Ende, das Prägen eines ganzen Genres, aber irgendwas scheint immer noch mehr zu gehen. 77 satte Minuten soll das neue Album der Thrash-Metal-Heroen andauern, der erste Vorabsong „Lux Aeterna“ bedient sich an der gleichnamigen katholischen Totenmesse. Aber wenn man Metallica ist, dann darf man eben auch mit Fug und Recht dick auftragen.

Noel Gallagher’s High Flying Birds – “Council Skies”

Ein ganz genaues Releasedatum gibt es für Noel Gallaghers vierte Soloplatte bisher noch nicht, wir wissen aber bereits, dass es im Mai mit „Council Skies“ soweit sein wird. Bis es soweit ist, können sich alle Fans des Oasis-Bad-Boys schon einmal an der Single „Pretty Boy“ begnügen, die mit Johnny Marr von The Smiths als Gast wohl der feuchte Traum eines jeden Britpop-Enthusiasten sein dürfte.

Paramore – „This Is Why“ (10.02.)

Wenn die letzten Jahre eines gezeigt haben, ist das wohl, dass alle halbironisch getragenen Pullover mit der Aufschrift „Pop Punk Is Not Dead“ schlussendlich tatsächlich gesiegt haben. Und wenn Avril Lavigne plötzlich wieder existiert, darf natürlich auch ein neues Paramore-Album nicht fehlen. „This Is Why“ erscheint bereits am 10. Februar.

Pascow – „Sieben“ (27.01.)

Pascow wollen nach eigener Aussage auf ihrer neuen Platte alle Experimente begraben haben. Im Gegensatz zum vertrackten „Jade“ soll „Sieben“ weitaus gradliniger geraten sein, Balladen sind abwesend, stattdessen soll es stringent vorangehen. Das könnte durchaus aufgehen: Ein finales Urteil erlauben wir uns zum 27. Januar, wenn die Platte das Licht der Welt erblickt.

Pierce The Veil – „The Jaws Of Life” (10.02.)

Ja, liebe Freunde und Feinde des gepflegten Emo-Smashers, Pierce The Veil gibt es übrigens auch immer noch und sie veröffentlichen sogar ein neues Album namens „The Jaws Of Life“, das am 10. Februar 2023 erscheint. An dieser Platte hat die Band offenbar lange gewerkelt, erste Arbeiten an neuem Material ließ die Band bereits 2018 verlauten. Auch der Vorgänger „Misadventures“ von 2016 hatte sich mehrfach verschoben. Schauen wir mal, ob gut Ding wirklich Weile hat.

Power Plush – „Coping Fantasies“ (10.02.)

Ebenfalls am 10. Februar erscheint das Debüt von Power Plush, die ein wahrhaft turbulentes Jahr hinter sich und die wohl beste Promo im Gepäck haben, die man sich nur vorstellen kann. Im Herbst 2022 tourten sie schließlich als Voract von Kraftklub und dürften in den riesigen Konzerthallen sicherlich viele neue Menschen auf sich aufmerksam gemacht haben. Wir sind gespannt, was das für das Momentum von „Coping Fantasies“ bedeuten wird.

Primetime Failure

Gewisse Teile der Redaktion dürften gerade frohlocken, denn auch für Primetime Failure hat Uncle M in 2023 neues Material versprochen. Die Bielefelder Skatepunk-Heroen wurden bei uns regelmäßig ziemlich hart abgefeiert, zuletzt mit ihrer 2019 veröffentlichten Platte „Memory Lane“. Ob das neue Jahr für uns wieder ein ganzes Album bereithält oder wie im Falle von „Home“ „nur“ ein EP-Format, bleibt abzuwarten.

Rival Sons – “Darkfighter” (10.03.)

Trotz aller “Rock ist tot!“-Rufe scheint sich so richtiger Retrorock manchmal doch erstaunlicher Beliebtheit zu erfreuen, was lustigerweise sowohl Gegner als auch Befürworter ebenjener Aussage Bestätigung zu geben scheint. Die Rival Sons sind ein gutes Beispiel für dieses Phänomen. Ihre neue Platte „Darkfighter“ wird ihr erstes Album seit vier Jahren.

Rogers – „Rambazamba & Randale“ (14.04.)

Eine weitere Album-der-Woche-Klassikerband macht uns 2023 ihre Aufwartung: Die Rogers nennen ihre neue Platte „Rambazamba & Randale“ und bringen sicherlich wieder alle Deutschpunkfans der Redaktion zum Tanzen. Allzu viel Geduld braucht es bis dahin auch nicht mehr: Das Album ist bereits mit festem Datum vorgemerkt und erscheint am 14. April.

Schrottgrenze – „Das Universum ist nicht binär“ (10.02.)

Schrottgrenze sind mittlerweile auch schon bei Album Nummer Zehn angelangt. „Das Universum ist nicht binär“ knüpft bereits im Titel erneut stimmungsvoll an die von der Band stark besetzte Queer-Thematik an und bildet damit den Abschluss einer Trilogie, der in den Jahren 2017 und 2019 die Alben „Glitzer auf Beton“ und „Alles Zerpflücken“ vorausgingen. Die finalisierende Platte dieses diskographischen Abschnitts erscheint am 10. Februar.

Shame – „Food For Worms“ (24.02.)

Man konnte in den letzten Jahren kaum genug lobpreisende Worte über die britische alternative Gitarrenszene verlieren, auch 2022 war etwa das neue Album von Black Midi ein mehr als verdienter Kritiker-Liebling. Im Zirkus um Bands wie Idles oder Black Country, New Road gingen Shame vergleichsweise eher unter – aber ihre kommende Platte „Food For Worms“ dürfte ebenso wie ihr bisheriges Werk musikalisch wieder wahnsinnig spannend sein.

Sperling

Von allen Uncle-M-Neujahrsankündigungen dürfte diese hier vielleicht für viele die spannendste sein: Sperling scheinen mit neuem Material in den Startlöchern zu stehen, es könnte durchaus der Albumnachfolger zu ihrem vielumjubelten Debüt „Zweifel“ sein. Wann das passieren wird und was genau eigentlich passieren wird, werden wir wohl irgendwann im Laufe des Jahres erfahren.

Steven Wilson – „The Harmony Codex”

Auf Instagram lies Prog-Gott Steven Wilson kürzlich verlauten, dass im kommenden Jahr ein neues Solo-Album von ihm erscheinen würde. „The Harmony Codex“ solle zwischen „Hand. Cannot. Erase.” und “The Future Bites” liegen, wobei die Platte nicht wie letzterer Output geradlinige Popsongs anstrebe, sondern wieder mehr Experimente wagen möchte. Viele Wilson-Fans dürfte diese Nachricht erleichtern.

Suicide Silence – „Remember… You Must Die” (10.03.)

Nachdem Suicide Silence 2017 einmal mit dem Versuch eines Stilwechsels so richtig auf die Fresse geflogen waren, war die jüngste Veröffentlichung „Become The Hunter“ eher ein musikalisches Zurückrudern und ein brettharter „Kein Angst, wir wagen keine Experimente mehr!“-Schrei. Ob der Nachfolger am 10. März wieder die sichere Schiene fahren wird? Der Titel der kommenden Platte lässt zumindest nicht gerade Klischeefreiheit vermuten.

Swans – „The Beggar“

Swans-Mastermind Michael Gira setzte sich in den letzten Jahren in persönlichen Online-Beiträgen öfter mit dem Gedanken auseinander, bald sterben zu müssen. Man darf durchaus bereits wehmütig werden, wenn man an die vielen überragenden Projekte denkt, die der Musiker in den schaffensreichen Jahrzehnten seines Lebens vollbracht hat. Offenbar will er die Zeit aber noch nutzen: In seiner Solotour in diesem Herbst verriet Gira wohl bereits den Titel eines neuen Swans-Albums namens „The Beggar“, auch von einem Release bereits im Juni 2023 sei die Rede gewesen. Man wartet sehnsüchtig auf die nächste Großtat.

Teksti-TV 666 – „Vapauden Tasavalta” (24.02.)

Wer von Teksti-TV 666 bisher noch nie etwas gehört hat, dem sei nur gesagt, dass die Band für ihre Musik teilweise satte fünf Gitarren braucht. Die Finnen gehören zu den absoluten Speerspitzen von Krautrock-Rezeptionen im 21. Jahrhundert – ihr neues Album „Vapauden Tasavalta“ darf am 24. Februar für viele deshalb als Geheimtipp gelten.

The Hirsch Effekt

Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob das sechste Album von The Hirsch Effekt tatsächlich schon 2023 erscheinen wird – zumindest aber scheinen die Arbeiten voranzugehen. Nach ihrer Herbsttour 2022 kündigte die Band auf Instagram an, in den kommenden Monaten die Songs für ihr nächstes Projekt fertigschreiben zu wollen. Auch wenn es knapp wird: Mit viel gutem Willen könnte das zum Jahresende vielleicht noch was werden.

The Subways – „Uncertain Joys“ (13.01.)

Am 13. Januar erscheint ein neues Album der Festival-Dauerbrenner The Subways, die irgendwie gleichzeitig Evergreen und One-Hit-Wonder sind. Viele Experimente erwarten wir deswegen auch von „Uncertain Joys“ eigentlich nicht so richtig – aber für Fans von Alternative-Rockmusik wird auch diese Platte sicherlich wieder gutes Material bieten.

You Me At Six – „Truth Decay” (27.01.)

Und nochmal Pop-Punk: You Me At Six haben für den 27. Januar ein neues Album mit dem Titel „Truth Decay“ angekündigt. Sie sind damit ziemlich genau zwei Jahre nach dem Vorgänger „Suckapunch“ mit einer neuen Platte am Start – europäische Tourdaten für das Frühjahr sind ebenfalls bereits angekündigt.

ZSK – „Hass/Liebe“ (10.02.)

Gibt es eigentlich mal ein schlechtes Jahr für Fans von deutschem Punkrock? Zumindest scheinen immer noch mehr als genug Bands in der Rotation zu schweben, die diese Liebe nach wie vor bedienen. ZSK sind einer dieser Dauerbrenner, ihre neue Platte trägt den Titel „Hass/Liebe“ und erscheint bereits am 10. Februar.