Kölsche Musik: Die wichtigste Band der Stadt

Die Rede ist natürlich von den Bläck Fööss. Eine wahre Instanz in Köln. Es gibt niemanden aus der Stadt, der diese Band und ihre Lieder nicht kennt.
Seit über 5 Jahrzehnten fängt diese Band Alltagsgeschichten ein, beschreibt das Leben in der Stadt, den Wandel und das gute Leben.
ab67616d0000b2735da65199c49259111f927365.jpg

Keine Band hat je so viel über eine Stadt geschwärmt und gesungen. Ohne die Bläck Fööss würde wahrlich ein großer Teil der Kölner Stadtgeschichte fehlen. Sowohl zum Karneval als auch außerhalb wird ihre Musik gehört.Von klein an lernen die Kölner Kinder die Lieder, um dann mit allen Generationen gemeinsam zu singen. 

Der Beginn der Band liegt im Kölner Karneval mit dem Song “Rievkooche-Walzer”, zu deutsch Reibekuchen-Walzer. Besungen wird das Lieblings-Kartoffelgericht der Kölner:innen im schwungvollen 6/8 Takt. Ein ganzes Lied einem so alltäglichen Gericht zu widmen und dadurch auch noch eine Karriere von über 50 Jahren auf die Beine zu stellen, ist schon eine reife Leistung. 

 

Aber es sind eben jene alltäglichen Sachen, Vorkommnisse und Bekanntheiten, die die Blaupause der Bläck Fööss bilden. Blicke hinter die Alltagskulissen von ganz normalen Menschen, Hymnen an die Stadt und immer die nötigen Portionen Witz, Schabernack und Liebe. Der Song “Lange Samstag en d'r City” beschreibt einen Familienausflug mit Kindern an einem verkaufsoffenen Samstag. Ein simples Thema um einen ganzen Song zu füllen, der obendrein dann auch noch erfolgreich wurde und immer noch ist.

Der Name der Band rührt übrigens daher, dass sie ihre ersten Auftritte ohne Schuhe und Socken, also mit den Bläcken Fööss, den nackten Füßen spielten. Durch den Straßendreck und den generell eher unsauberen Böden in der Gastronomie der damaligen Zeit entstand der Name. Nach jedem Auftritt waren die Füße schwarz. 

Der Erfolg der Bläck Fööss lag und liegt darin, dass sie beobachten, was alles so in der Stadt passiert. Durch Zuhören und Beobachten sind so manche Texte entstanden, in denen sich der Kölsche wiederfindet und verstanden fühlt. Ganz klassisch ist da zum Beispiel der Song “En unserem Veedel”. Beginnend mit den Fragen “Wie soll dat nur wigger jon? Wat bliev dann hück noch ston?” ist dieser Song ein Lied über den Wandel der Stadt. Eine Autobahnstrecke durch Köln hat damals einige Viertel entzweit, was für die Kölner Seele eine echte Zumutung war. Der Zusammenhalt der Kölner untereinander, auch wenn man sich nicht allzu gut kennt, ist das Lebenselixier der Stadt. Wie soll das weitergehen, was bleibt denn heute noch stehen? Vom wunderschönen Köln der Vorkriegszeit zu etlichen Bausünden, die das Stadtbild verunglimpfen. 

Doch in diesem Lied fühlen sich die Kölner zu Hause. Kein Abstieg des 1. FC Köln konnte ohne dieses Lied durchgehalten werden, kein Aufstieg so gefeiert werden und keine neuen Freundschaften geschmiedet werden, hätte es diesen Song und die Bläck Fööss nicht gegeben. 

Wat och passeet, dat Eine es doch klor. Et Schönste, wat m’r han, schon all die lange Johr, es unser Veedel, denn he hält ma zesamme. Ejal wat och passeet - en uns’rem Veedel.” 

Diese Zeilen lösen ein unheimlich tiefes Heimatgefühl in der kölschen Seele aus. Manch eine*r hat deshalb an Karneval schon Rotz un Wasser jeheult. 

 

Fazit