Alex Zareba und die Plastikpunks - Liebe zum Detail

Lego. In erster Linie werden die kleinen Klemmbausteine wohl mit Kinderspielzeug assoziiert und eher weniger mit Punkrock. Doch da ist Alex Zareba, der auf den sozialen Kanälen mit seinen Plastikpunks Fans und Bands begeistert.
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Angefangen hat es mit einer kleinen Special Edition. Lego hatte in limitierter Auflage einen kleinen Punk mit einem pinken Irokesen herausgebracht. Und siehe da, eine Ähnlichkeit zu einem Mitglied der Broilers war eigentlich nicht zu übersehen. Man darf an dieser Stelle raten wer gemeint ist. Aber so war bei Alex eine kleine Idee geboren und die erste Bühne wurde fotowirksam aufgebaut. Seitdem bastelt Alex nach Herzenslust Bands nach, die ihn interessieren und begeistern. „Mir ist vor allem wichtig, dass mich die jeweiligen Bands live überzeugen. Es gab auch schon Bands, die gefragt haben, was man tun muss, um nachgebaut zu werden. Ich habe ihnen ganz einfach gesagt, dass sie mich live mitreißen oder begeistern müssen.“

Die Beschaffung der Teile ist tatsächlich weniger kompliziert, als man es sich vielleicht vorstellen möchte. „Die Lego-Community ist ziemlich groß und gut vernetzt.“ Es gibt Plattformen, auf denen man eine Vielzahl an verschiedensten Kleinteilen wie Bierflaschen, unterschiedlichste Köpfe, Frisuren und sogar Bärte bis hin zu personalisierten Oberteilen mit Bandshirts machen lassen kann. Die Darstellung von Turbostaat ist da ein ganz großes Highlight, da man besonders im Nachbau von Rollo einen guten Einblick in die Möglichkeiten im Bereich Lego erkennen kann.

Doch es ging auch mal nicht komplett nach Gusto von Alex. Es stehen auch ein paar wenige Auftragsarbeiten in seiner Vita. Die Darstellungen von Die Antwoord auf dem Melt Festival und Marsimoto auf dem Splash! Festival sind Früchte aus einer Zusammenarbeit mit Mixery. Doch das sind nicht seine liebsten Arbeiten. „Wenn die Bands so gar nicht damit rechnen und diese Arbeit wirklich zu schätzen wissen, das ist was Besonderes. So wie bei den Sidewalk Surfers.“ Und tatsächlich, die schwärmen immer noch davon, dass sie nachgebaut wurden. Durch reinen Zufall und lange bevor überhaupt die Idee für diesen Text geboren war, gab es am Merch nach einer Supportshow auf der letzten The-Tips-Tour ein kurzes Gespräch. „Das war vollkommen verrückt. Da ist ein Typ, sieht unsere Show, hat richtig Spaß und macht sich dann richtig Arbeit und bau uns einfach in Lego nach. Geile Sache, richtig geiler Typ.“ 

Wer die Kanäle verfolgt, erkennt eine Veränderung an den Fotos. Der Grund ist ganz einfach: Der in der deutschen Punkszene fast schon legendäre Kay Özdemir hält mittlerweile die Plastikpunks fotografisch fest.

„Bislang gab es von fast jeder Band, die ich nachgestellt habe, Feedback. Sogar von den Dropkick Murphys. Die haben über Umwege das Bild erhalten und sich dann gemeldet.“ Und doch sind es überwiegend deutsche Punk- und Rockbands, die den Weg auf Alex' Bühnen finden. Eine hat es ihm ganz besonders angetan: die Rogers. Wer die limitierte Special Edition von „Mittelfinger für immer“ bestellt hat, der hatte die Chance, ein Unikat zu bekommen. Alex hat die Bandmitglieder in schwarz-goldener Kleidung mit goldenen Waffen nachgebaut und jede Figur wurde in ein Bundle gepackt - einer der Höhepunkte einer ganz besonderen Beziehung zwischen Alex und den Rogers.

Ein anderer Höhepunkt war die Gründung des Rogers-Fan-Clubs. Auch hier war der Gründer der Plastikpunks einer der Masterminds. „Das machen sich viele gar nicht klar, wie viel Geld Mucki [Der andere Mastermind hinter Streetteam und Fan-Club, Anm. der Redaktion] da immer reinsteckt. Und so können wir das etwas deckeln, dass er da nicht immer drauf sitzen bleibt.“ Auch das ist ein Punkt, den Alex als Familienvater immer im Hinterkopf behält. Doch Papa Alex hat da ein ganz anderes Problem. „Erkläre dem Kleinen doch mal, dass das, was du aus Lego aufbaust, nicht für ihn ist.“