Dreamcar gestalten ein äußerst tanzbares Debüt

Auf ihrem Debüt kombinieren Dreamcar funkigen New-Wave-Rock mit ausufernden 80er-Synthies. Eine Vision, in der sie sich etwas zu sehr verrannt haben.
814lotqfk8lsl1500.jpg

Manchmal ist es schon sehr ungewöhnlich, in welche musikalische Richtung sich so manche Supergroup begibt. Ein besonders ausgefallenes Exemplar haben wir hier: Dreamcar, bestehend aus Mitgliedern von AFI und No Doubt, widmen ihre Musik einer sehr heißblütigen Variante des New-Wave-Rocks. Das Ergebnis ist sehr tanzbar geworden: Die flächigen Synthesizer der Platte scheinen die E-Gitarren an vielerlei Stelle fast zu überrennen, und erzeugen so eine ausgelassene und sehr rhythmische Stimmung. Ein Rezept, dass in den ersten Tracks hevorragend zu funktionieren scheint. In „After I Confessed“ treffen die elektronische Retro-Elemente auf einen poppig-singenden Refrain, die Vorab-Single „Kill For Candy“ zaubert einen durchgehend stampfenden Disco-Beat auf die eingängigen Melodien, und „Born To Lie“ ist eine großflächig inszenierte Power-Ballade.

Leider haben Dreamcar offenbar vergessen, dass ein Album üblicherweise um die zwölf Songs enthält. Dafür sind die Ideen der Platte dann aber doch etwas dünn gesät. Nach der immer wieder folgenden penetranten Wiederholung stellt sich nach gewisser Zeit schließlich doch Ernüchterung ein. Das ist schade, weil das Grundrezept des Sounds eigentlich gut zu funktionieren scheint. Manchmal möchte man nach dauerhafter 80er-Beat-Penetration dann aber doch Platz zum Atmen haben. Das Projekt Dreamcar hätte so auf EP-Länge wohl besser funktioniert.

Fazit

6.7
Wertung

Dreamcar haben für ihr Debüt ein originelles und spaßiges Konzept gefunden, das auf Dauer zu wenig zu bieten hat. Schade eigentlich - da war mehr drin!

Jakob Uhlig
8
Wertung

Dreamcar vermischen alt gewohnten Klang mit neuen spielerischen Mitteln und einer wunderschönen Stimme. Gute Laune, Heartbreaksongs, Synth-Rock, Country, Wave - abwechslungsreich und top zugestimmt. Manche Songs sind indes jedoch sehr speziell, was nicht aber nicht zwangsläufig schaden muss.

Ole Lange