Beatallica - Dinge, die die Welt wirklich braucht!

Die Weltgeschichte hält viele Beispiele an Kombinationen bereit, die einfach keinen Sinn ergeben. Donald Trump im Weißen Haus, AfD im Bundestag, Andi Scheuer in der Regierung. Allerdings ist in der Kunst bekanntlich alles erlaubt, somit auch das Metallica-Beatles-Kombinat Beatallica.
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Was macht ein Mensch, wenn er feststellt, dass er das Timbre von James Hetfield in seiner Stimme hat? Na das liegt doch auf der Hand! Metallica-Coverbands gibt es schließlich wie Müll im Meer! Deswegen musste was Besseres, Epischeres her. Und was liegt da näher, als eine Metallica-Coverband, die ebenso die Beatles covert?“ Tja, das ist eine gute Frage. Wahrscheinlich hätte es die eine oder andere Möglichkeit gegeben. Allerdings beschlossen vier Herrschaften sich neue Namen zu geben und Mashups zu spielen, auf die wahrscheinlich keiner sonst gekommen wäre. Hoffentlich. Jaymz Lennfield, die personifzierte Kombination aus den Sängern James Hetfield und John Lennon, Grg Hammettson, eine Mischung aus Kirk Hammett und George Harrison, Cliff McBurtney, eine Mischung aus dem viel zu früh verstorbenen Clifford Lee Burton und Paul McCartney und zuletzt Ringo Larz, sprich Lars Ulrich und Ringo Star.

Dieses Projekt wirkt wie der sehr erfolgreiche Versuch, die Fans beider Bands gehörig zu trollen. Als bestes Beispiel dient die Single „All You Need Is Blood“, die Beatallica als Dank an ihre Fans 2008 veröffentlichten. Auf dieser Single befinden sich 13 Versionen dieses Songs, in 13 verschiedenen Sprachen, ohne eine dieser Sprachen wirklich adäquat sprechen zu können, außer natürlich Englisch. Die deutsche Version trägt den klangvollen Namen „Alles Sie Bedarf Ist Blut“. Alles phonetisch aufgenommen, versteht man dennoch kaum ein Wort.

Doch das ist es, was Beatallica ausmacht - sie machen worauf sie Bock haben und woran sie Spaß haben. „Deswegen haben wir „A Garage Dayz Nite“ auch an einem verdammt langen Tag eingespielt, ohne groß zu proben. Man kann nicht sagen, dass es überproduziert klingt.“ Aus Sicherheitsgründen bringt die Band ihre Alben nicht auf CD heraus. Die Angst vor Urheberrechtsansprüchen war zu groß. Und die Angst sollte sich bestätigen. „2005 war das, da bekamen wir Post von Sonyanwälten, die unsere Website abschalten ließen. Anders kam man damals allerdings nicht an unsere kostenlosen Alben heran. Sony sprach davon, wir würden das Denkmal der Beatles irreparabel beschädigen. Doch dann wurde ein Traum wahr. Metallica selbst haben sich eingeschaltet und sich mit uns solidarisiert. Das gab auch nochmal deutlich mehr Aufmerksamkeit. 2007 konnten wir das erste Album dann herausbringen und haben die Downloads auf der Website nicht mehr gebraucht.“ Die Rede ist von „Sgt. Hetfield’s Motorbreath Pub Band“. Auf dem Album befinden sich mehrere millionenfach geklickte Klassiker der Band, wie „Hey Dude“ oder „Leper Madonna“. Es folgten die Alben „Masterful Mystery Tour“ und „Abbey Load“.

Das Konzept von Beatallica ist relativ simpel. Der Liedtitel sind eine Abwandlung eines Metallica-Titels wie „Ktulu“ oder eines Beatles-Titels wie in „Hey Dude“. Alternative gibt es auch Kombinationstitel wie im brillianten „The Thing That Should Not Let It Be“. Die Texte sind zumeist hanebüchener Blödsinn, ein stumpfer Mix aus Beatles- und Metallica-Texten, garniert mit dem ein oder anderen hetfieldschen „YEAHH!“. Die Intonation von Hetfield passt tatsächlich täuschend echt. Die Musik setzt sich ähnlich wie der Text zusammen. Zumeist werden die Melodien der Beatlessongs verwendet und mit Metallica-Riffs unterlegt. Das Ganze thrashig-punkig vorgetragen. Zuletzt ist es um die Band ruhiger geworden. „Wir werden bestimmt wieder mal auf Tour kommen. Und dann auch nach Deutschland. Die Deutschen lieben unser Zeug. Als wir mit J.B.O. auf Tour waren, sind sie ausgerastet und haben so hart gefeiert. Einfach krank. Wir lieben es.“