Editorial: Themenmonat "Das Corona-Jahr"

Im März veränderte auch bei uns in Europa eine gewaltige Pandemie unser aller Leben verändert und besonders die Kulturbranche muss nach wie vor unter den Auswirkungen leiden. Wir blicken mit mehr Gewissheit, aber immer noch vielen Unsicherheiten auf ein schlimmes Jahr zurück.
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Als Corona im März für uns doch relativ plötzlich einschlug, stampften wir in der Album-der-Woche-Redaktion in nur wenigen Tagen einen Themenmonat aus dem Boden, der sich mit den Auswirkungen der Pandemie beschäftigte. Wir fragten Künstler*Innen über ihre aktuelle Lage, schrieben über den schweren Stand des Musikjournalismus' und gaben Tipps für die Langeweile in der ungekannten Situation des Social Distancings. Schon damals erfuhren wir unglaublich viel über die Sorgen der Menschen in der Musikbranche und spürten gleichzeitig auch immer, wie viele der bevorstehenden schwierigen Zeit mit Kampfeswillen und einem Schub Solidarität entgegenblickten. Gleichzeitig war unser April-Themenmonat noch geprägt von einer absoluten Unsicherheit. Niemand wusste, wie sich die Pandemie entwickeln würde und dass damals zahlreiche Konzerte in den September 2020 verschoben wurden, kommt einem aus heutiger Perspektive auch reichlich naiv vor. Wir wollten deswegen wissen: Wie geht es der Musikwelt nun, acht Monate später und mit viel mehr, aber immer noch zu wenig Wissen im Rücken?

Wir haben zu diesem Zweck mit vielen Menschen noch einmal gesprochen, die wir bereits im April befragt hatten. So haben wir unseren alten Mailverteiler herausgekramt und mit ganz vielen Bands und Branchen-Akteuren gesprochen, die schon in unserem ersten Themenmonat ihre Gedanken zur Pandemie geteilt haben. Wir wollten wissen: Haben sich die schlimmsten Befürchtungen von damals bestätigt? Was ist vielleicht besser, was noch schlechter gelaufen? Und hatte der ungewöhnliche Einschnitt in unser aller Leben vielleicht auch Auswirkungen, die wir damals noch so gar nicht in Betracht gezogen hatten? Außerdem hat Jannika, die im April mit den besonders betroffenen Konzertlocations gesprochen hat, erneut Statements von deren Seite eingeholt. Wie sehen die Bilanzen nach einem Jahr aus, in dem Konzerte wenig bis gar nicht möglich waren? Felix hat in diesem Zuge auch noch auf eigene Faust recherchiert und widmet sich etwas intensiver einem Fallbeispiel aus Hamburg.

Wir blicken aber auch auf neue Erfahrungen zurück, die erst durch die spezielle Situation entstehen konnten und die teilweise unsere Horizonte erweitert oder verändert haben. Kai hat sich mit der Initiative "Festivals für Festivals" auseinandergesetzt, die in diesem Sommer versucht hatte, den sterbenden Events auf die Beine zu helfen. Steffen hat sich mit den verständlicherweise gefragten Livestreaming-Events auseinandergesetzt und demonstriert Gigs, die zwischen all der Flut an Facebook-Konzerten wirklich denkwürdig waren. Als Redaktion sammeln wir auch zusammen Erinnerungen an unsere außergewöhnlichsten Sondernkonzertformen und imaginieren einen Festivalsommer, den wir in diesem Jahr gern erlebt hätten.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und hoffen, ihr kommt gut durch diese schwierige Zeit!