Fake

Fake

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Rezension

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Was Max Rieger anfässt, das wird wohl (fast) immer zu Gold - so auch das vierte Album von Die Nerven, das sich so gereift und trotzdem so erbittert wie nie zuvor zeigt. Nach der Reise durch diese Platte weiß ich nicht, ob ich angesichts seiner Größe glücklich oder angesichts seiner Botschaft verbittert sein soll. Die beste Antwort ist wohl, Trost in der geteilten Frustration zu finden, die "Fake" vermittelt.

Jakob Uhlig

Noch nie fiel es mir so schwer, einen Höreindruck in wenigen Zeilen zu formulieren. Die Nerven haben mit „Fake“ etwas Großartiges geschaffen. Die Reise eines Subjekts, das sich selbst als Opfer in der glänzenden Scheinrealität identifiziert, an Trotz und Zorn zu ertrinken droht, vor sich selbst kapituliert und beim Versuch, neuen Werten und Bestrebungen zu folgen, in Ermangelung derselbigen an den Rande des Wahnsinns gerät. Entfremdung und die Akzeptanz des eigenen Unvermögens, eine aufrichtige Authentizität zu erschaffen, sind das schmerzvolle Resultat, dessen Schwere durch die Einsicht gemildert wird, dass das eigene Sein schlussendlich vergänglich und unbedeutsam bleibt. Die musikalische Umsetzung ist aufreibend, intensiv und hochkomplex. Die Nerven changieren zwischen leise und laut, ruhig und wild, abgeklärt und wahnhaft. Wer zu viele Pop-Ausläufer bemängelt, der nimmt das Album vermutlich nicht als Gesamtwerk wahr.

Sarah Ebert